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    Wir gegen uns.
    Sport im geteilten Deutschland

    12. Mai - 10. Oktober 2010
    Wechselausstellungshalle

    Dienstag-Sonntag
    9:00 - 19:00 Uhr
    Eintritt frei

    Fussball

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    Die Ausstellung "Wir gegen uns. Sport im geteilten Deutschland" beschreibt die unterschiedliche Entwicklung des Sports in der Bundesrepublik und der DDR und fragt nach dessen Bedeutung im deutsch-deutschen Wettstreit der Systeme. Gleichzeitig veranschaulicht sie die Faszination des Sports, seine Strahlkraft auf den Einzelnen und die Gesellschaft, indem sie an fest im kollektiven Gedächtnis der Deutschen verankerte glanzvolle Höhepunkte, an Wettkämpfe, Siege und Rekorde erinnert.

    Schwimmflossen

     


     


    Grundlagen

    In der DDR betont die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) die politische Bedeutung des Sports. Er soll beim Aufbau der neuen Gesellschaft helfen und die Bevölkerung für den neuen Staat begeistern. Seine Organisationen, vor allem der 1957 gegründete Deutsche Turn- und Sportbund (DTSB), werden von der SED-Diktatur gelenkt.

    In der Bundesrepublik sind die Sportverbände demokratisch verfasst und legen Wert auf ihre politische Unabhängigkeit. Der 1950 gegründete Deutsche Sportbund (DSB) unterstützt die Bundesregierung gleichwohl in ihrem Anspruch, die alleinige Vertretung Deutschlands zu sein.
    Der Kalte Krieg zwischen Ost und West prägt auch die deutsch-deutschen Sportbeziehungen. Beide Seiten begegnen sich mit großem Misstrauen, betonen aber auch die Bedeutung des Austauschs.


    Kampf um Medaillen

    Die DDR verstärkt ab Mitte der 1960er Jahre die Förderung des Leistungssports. Talente werden schon im Kindesalter trainiert und einzelne Sportarten besonders unterstützt. Medaillen bei Olympischen Spielen gelten als Prestigegewinn für die DDR. Staatlich gelenktes Zwangsdoping erhöht die Leistungsfähigkeit der DDR-Athleten. Technische Innovationen und neue Trainingsmethoden führen vor allem in den 1980er Jahren zu einer schier unglaublichen Erfolgsserie. Das SED-Regime räumt den Spitzensportlern besondere Vergünstigungen ein, setzt sie gleichzeitig aber unter starken politischen Druck und treibt viele in die Flucht.

    Auch die Bundesrepublik geht seit Mitte der 1960er Jahre neue Wege in der Nachwuchsförderung im Sport. Ziel ist ein gutes Abschneiden bei den Olympischen Spielen 1972 in München. Gemeinsam sorgen Politik und Wirtschaft für eine bessere Ausstattung des Leistungssports. Die Orientierung am „Sportwunderland DDR“ macht selbst vor der Anwendung von Doping nicht halt.


    Konkurrenz

    Die Olympischen Spiele 1972 in München bilden den Höhepunkt im deutsch-deutschen Sportduell. Erstmals schicken die beiden deutschen Teilstaaten ihre Athleten in zwei vollständig voneinander getrennten Mannschaften an den Start. Das Kräftemessen gewinnt die DDR. Im Medaillenspiegel erreicht sie vor der Bundesrepublik den dritten Rang. Zwei Jahre später treffen die zwei deutschen Nationalmannschaften bei der Fußballweltmeisterschaft aufeinander. Das Spiel im Hamburger Volksparkstadion am 22. Juni 1974 endet entgegen allen Erwartungen mit einem 1:0-Sieg der DDR nach einem Treffer des Magdeburgers Jürgen Sparwasser.


    Gesamtdeutscher Sport

    Die Ausstellung schließt mit einer Betrachtung der Entwicklung seit der Wiedervereinigung. Sie erinnert an die Freude über neu gewonnene Möglichkeiten und erste gemeinsame Erfolge – etwa bei den Olympischen Spielen in Albertville und Barcelona 1992 –, sie zeigt aber auch die Probleme beim Zusammenwachsen von Ost und West. Die 1990 einsetzenden Diskussionen um das DDR-Erbe im Sport halten bis in die Gegenwart an.