Salonwagen 10 205. Von der Schiene ins Museum

„Ruhe, Entspannung und die Möglichkeit zu ungestörter Arbeit.“ Diese Vorzüge nennt Ludwig Erhard angesichts des von ihm häufig genutzten Salonwagens 10 205. Und er ist nicht der Einzige, der dieses mit Besprechungssalon, Schlafabteil und Bad ausgestattete Prunkstück schätzt. Seine Geschichte reicht weit zurück.
Ursprünglich als Teil der Sonderzüge Hermann Görings eingesetzt, dient der Salonwagen nach 1949 vier Kanzlern als rollendes Kanzleramt. Als „exterritorialer Ort“ ist er bei der Moskaureise Konrad Adenauers 1955 vor allem eine Rückzugsstätte für ungestörte Beratungen. Dies ist besonders wichtig, weil es damals noch keine deutsche Botschaft in Moskau gibt. Einen weiteren Höhepunkt stellt 1973 die ungehinderte Fahrt Willy Brandts von Bonn nach West-Berlin über das Gebiet der DDR dar.
Danach rollt der ausgestellte Salonwagen noch viele Jahre als allgemeiner Gesellschaftswagen über das Schienennetz. Wie kaum ein anderes Objekt bezeugt er noch heute lebendige Geschichte.
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