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    Schamlos? Sexualmoral im Wandel
     

    30. Mai 2015 - 3. April 2016
    Dienstag - Freitag, 9.00-19.00 Uhr
    Samstag, Sonntag, 10.00-
    18.00 Uhr
    Eintritt frei

    Stehlampe, deren Fuß aus zwei nackten, nach oben gestreckten Frauenbeinen in hohen Sandaletten besteht.
     

     

    Die Schauspielerin Hildegard Knef erregt Anfang der 1950er Jahre noch Aufsehen, als sie in einer Filmszene kurz nackt zu sehen ist. Heute erreichen die Schilderungen sadomasochistischer Praktiken in der Roman-Triologie "Shades of Grey" Millionenauflagen.
    Die neue Ausstellung im Haus der Geschichte beleuchtet mit rund 900 Objekten die tiefgreifenden Veränderungen von Sexualmoral und Geschlechterbeziehungen in Deutschland seit 1945. Sie verfolgt die materiellen, rechtlichen, kulturellen und mentalen Entwicklungen bis in die Gegenwart. Dabei berücksichtigt sie auch die unterschiedlichen Lebensbedingungen im geteilten Deutschland.

     

    Kondomschachtel der Marke Mondos

     

     


    Werteverfall oder Freiheitsgewinn?

     

    In der Bundesrepublik gibt es um Sexualität und Moral häufig öffentliche Debatten: der Kampf gegen den vermeintlichen „Schmutz und Schund“ in den 1950er Jahren, der Streit um die Reform des „Abtreibungsparagraphen“ 218 in den 1970er Jahren oder die Diskussionen um Homosexualität, die bis in jüngste Zeit geführt werden. Bei diesen Themen wird nicht zuerst um Privates gerungen, sondern um soziale Ordnungsvorstellungen und das Selbstverständnis der Gesellschaft.

     

    "Sozialistische Moral"

     

    Die DDR gilt im Vergleich zur Bundesrepublik bis heute vielen als weniger prüde. Doch auch hier herrschen eindeutige Normen und Regeln, vorgegeben von der SED. "Unsere DDR ist ein sauberer Staat", erklärt die Partei 1965. Sie verbietet Prostitution und Pornografie, weil die Menschen "anständig" leben sollen. Voreheliche Sexualität gilt zwar als natürlich, doch soll eine Beziehung in die Ehe münden. Frauen und Männer sind formal gleichberechtigt, aber auch in der DDR prägen traditionelle Rollenbilder die Geschlechterbeziehungen.

     

    Sexualmoral im Wandel

     

    Die Trennung von Sexualität und Fortpflanzung, der Wandel von Rollenbildern sowie die zunehmende Kommerzialisierung von Erotik und Sexualität sind nur einige Aspekte der Ausstellung. Objekte wie ein als Geheimversteck für einen Beate-Uhse-Katalog hergerichtetes Buch, eine von Feministinnen getragene lila Latzhose oder ein in der DDR ausschließlich für den Export produziertes erotisches Kartenspiel machen das Ausstellungsthema konkret und fassbar.

    Museumsmagazin "Schamlos?"