Deutschland-Argentinien: Alle (vier) Jahre wieder

    Lehmann-Zettel in der Ausstellung „Wir gegen uns. Sport im geteilten Deutschland“ / Bislang 40. 000 Besuche

    Wer erinnert sich nicht? Berlin, Olympiastadion, 30. Juni 2006: WM-Viertelfinale Deutschland gegen Argentinien. Über ein 1:1 waren die beiden Ex-Weltmeister in der regulären Spielzeit plus Verlängerung nicht hinausgekommen. Ein Elfmeter-Krimi der Extraklasse bahnt sich an. Lehmanns „Geheimwaffe“: Sein Spickzettel von Torwarttrainer Andreas Köpke mit Hinweisen zu den argentinischen Elfmeterschützen. Neuville, Cruz und Ballack verwandeln sicher. Wie angekündigt nimmt Ayala einen langen Anlauf, wählt die rechte Ecke – und Lehmann ist da, 3:2. Podolski, Rodriguez und Borowski erhöhen auf 5:3. Dann tritt Cambiasso an. Lehmann ist jetzt auf seine eigene Intuition angewiesen, denn der Zettel gibt keine Auskunft zu Cambiasso. Der Schütze läuft an, Deutschland stockt der Atem, Lehmann springt und hält! Nächsten Samstag, am 3. Juli 2010 trifft Deutschland im Viertelfinale wieder auf Argentinien.


    Jens Lehmanns Zettel ist noch bis zum 10. Oktober in der Wechselausstellung „Wir gegen uns. Sport im geteilten Deutschland“ im Haus der Geschichte zu sehen. Seit Mitte Mai konnten rund 40.000 Besuche gezählt werden.
    Die Ausstellung beschreibt die unterschiedliche Entwicklung des Sports in der Bundesrepublik und der DDR und fragt nach dessen Bedeutung im deutsch-deutschen Wettstreit der Systeme. Gleichzeitig veranschaulicht „Wir gegen uns“ die Faszination des Sports, seine Strahlkraft auf den Einzelnen und die Gesellschaft, indem sie an fest im kollektiven Gedächtnis der Deutschen verankerte glanzvolle Höhepunkte, an Wettkämpfe, Siege und Rekorde erinnert. Die Ausstellung schließt mit einer Betrachtung der Entwicklung seit der Wiedervereinigung.

    Ausstellung: „Wir gegen uns. Sport im geteilten Deutschland“
    12. Mai – 10. Oktober 2010
    Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag, 9–19 Uhr, Eintritt frei




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