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    Immer bunter. Einwanderungsland Deutschland: Neue Ausstellung im Haus der Geschichte

    Als Cornelia Froboess 1962 zwei kleine Italiener besang, die „von Napoli träumten und gern zuhause sein möchten“, gab die Sängerin einen Konsens in der deutschen Gesellschaft und bei den Gastarbeitern gleichermaßen wieder: Die ausländischen Arbeitskräfte haben ihren Lebensmittelpunkt in ihrer Heimat und kehren nach ihrem befristeten Aufenthalt wieder dorthin zurück.
    Heute haben sich die Verhältnisse in Deutschland grundlegend geändert. Einwanderer der zweiten und dritten Generation der ehemaligen Gastarbeiter leben in Deutschland, sind erfolgreiche Sportler, Unternehmer oder Wissenschaftler. Dazu kommen seit den 1990er Jahren Flüchtlinge und Asylbewerber sowie deutschstämmige Aussiedler nach Deutschland, die hier eine gute Zukunft für sich und ihre Kinder suchen.
    Das Haus der Geschichte beleuchtet in seiner Ausstellung „Immer bunter. Einwanderungsland Deutschland“ vom 10. Dezember 2014 bis 9. August 2015 die verschiedenen Phasen der Zuwanderung nach dem Zweiten Weltkrieg. Rund 800 Exponate  − vom Moped des einmillionsten Gastarbeiters über das Kostüm des ersten schwarzen Karnevalsprinzen bis zu den Gasflaschen vom gescheiterten Attentat auf dem Kölner Hauptbahnhof − zeugen von der Vielfalt der Alltagskulturen und Weltbilder, aber auch von Spannungen, Konflikten und Gewalttaten bis in die Gegenwart.
     „Deutschland als Einwanderungsland hat viele Gesichter und Geschichten, die wir aus unterschiedlichen Perspektiven erzählen. Trotz vieler Ängste und Sorgen bereichern Menschen aus vielen Ländern, die zum Teil seit Jahrzehnten mit uns zusammenleben, unsere Gesellschaft“, erläutert Prof. Dr. Hans Walter Hütter, Präsident der Stiftung Haus der Geschichte
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    Pressefotos

    „Gastarbeiter“

    Mit Italien schloss die Bundesrepublik Deutschland 1955 das erste Anwerbeabkommen, es folgten Spanien, Griechenland und die Türkei. Allen Vertragspartnern war damit gedient. Die Bundesrepublik brauchte neue Arbeitskräfte für den wirtschaftlichen Aufschwung, die beteiligten Staaten erhofften sich Devisen und eine Lösung ihrer Arbeitslosenprobleme auf den heimischen Arbeitsmärkten. Der Anwerbestopp 1973 als Folge der Ölkrise beschleunigte eine Entwicklung, die sich bereits in den Jahren zuvor abgezeichnet hatte: Viele Gastarbeiter entschieden sich, dauerhaft in Deutschland zu bleiben und ihre Familien nachzuholen. Zuwanderer und Aufnahmegesellschaft standen vor neuen Herausforderungen. Seit den 1970er Jahren stieg die Zahl der arbeitslosen ausländischen Arbeitnehmer, die stärker von wirtschaftlichen Strukturkrisen betroffen waren. Defizite der Kinder bei der Sprachkompetenz und in der schulischen Ausbildung wurden überdeutlich. Die Bundesregierungen, die an der Maxime festhielten, dass Deutschland kein Einwanderungsland sei, versuchten mit einer Mischung aus Integrationsangeboten und Anreizen für die Rückkehr in die Heimatländer auf die vielfältigen Probleme zu reagieren.

    Einwanderungsland Deutschland

    Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem Bürgerkrieg in Jugoslawien kamen seit den 1990er Jahren immer mehr Zuwanderer und Flüchtlinge nach Deutschland. Medienberichte über „Scheinasylanten“ und „Asylbetrüger“ verunsicherten die Bevölkerung; ausländerfeindliche Ausschreitungen sorgten für Entsetzen in der Öffentlichkeit. Auf die wachsende Zahl von Menschen mit ausländischen Wurzeln, die dauerhaft in Deutschland leben, reagierte die Bundesregierung im Jahr 2000 mit dem Staatsangehörigkeitsgesetz. Sie nahm damit Abschied vom Konzept der Staatsnation als Abstammungsgemeinschaft.
     „Der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland“: Mit diesem Satz stieß  Bundespräsident Christian Wulff 2010 eine Diskussion in der Öffentlichkeit und in den Medien an, die bis heute andauert. Die Integration muslimischer Zuwanderer steht aktuell erneut im Fokus der Debatte. Kritiker beklagen die Entstehung von „Parallelgesellschaften“ sowie erhebliche Integrationsdefizite, während in vielen Bereichen das Zusammenleben unproblematisch ist.

    Immer bunter. Einwanderungsland Deutschland
    10. Dezember 2014 – 9. August 2015
    Öffnungszeiten: Di–Fr, 9–19 Uhr; Sa, So und Feiertage 10-18 Uhr, Eintritt frei
    Eröffnung:  9. Dezember 2014, 19.30 Uhr mit Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters MdB
    Pressevorbesichtigung: 9. Dezember 2014, 10.00 Uhr, Pressekonferenz 11.00 Uhr

    Bitte melden Sie sich unter hoffmann(at)hdg.de an, wenn Sie zur Pressekonferenz kommen wollen.

     


    Pressefoto



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