Pressemitteilung: 40 Jahre danach – was bedeutet '68 heute?

    Veranstaltungsreihe zum Prager Frühling
    und der Studentenbewegung

    Die Ereignisse des Jahres 1968 üben vierzig Jahre später eine besondere Faszination aus: Historiker, Schriftsteller und Zeitzeugen diskutieren in der Öffentlichkeit über die Studentenbewegung, die Proteste gegen den Vietnam-Krieg und den „Prager Frühling”. Die Meinungen der Beteiligten zur Bedeutung der Ereignisse für die heutige Gesellschaft liegen oft weit auseinander.
    In der Veranstaltungsreihe des Hauses der Geschichte kommen Zeitzeugen und Experten zu Wort, analysieren und diskutieren internationale Bezüge, Hintergründe und Folgen der ’68er Bewegung.


    Zeitzeugengespräch: „Prager Frühling” mit Pavel Kohout
    Dienstag, 9. September, 19.30 Uhr


    Wie erlebte einer der Wortführer des Prager Frühlings die damaligen Ereignisse? Der Mitverfasser der Charta 77, Pavel Kohout, wird im Gespräch mit Professor Dr. Hans Walter Hütter, Präsident der Stiftung Haus der Geschichte, Einblicke geben in den gesellschaftlichen und politischen Aufbruch in der Tschechoslowakei. Die Folgen der Niederschlagung des „Prager Frühlings” sind ebenfalls Thema des Gesprächs.

    Pavel Kohout, geb. am 20. Juli 1928 in Prag, war zunächst engagiertes Mitglied der kommunistischen Partei, von 1949 bis 1951 Kulturattaché in Moskau. In den 1960er Jahren begann der Romancier und Dramatiker sich in seinen Büchern und Theaterstücken mit dem „realen Sozialismus” kritisch auseinanderzusetzen (”Aus dem Tagebuch eines Konterrevolutionärs”). Zum Eklat kam es auf dem Schriftstellerkongress 1967, als er einen Brief von Alekxander Solschenizyn verlas und für einen „Sozialismus mit menschlichem Antlitz” eintrat. 1969 wurde er aus der kommunistischen Partei ausgeschlossen, 1979 schließlich ausgebürgert.
    Pavel Kohout gilt als Brückenbauer zwischen tschechischer und deutschsprachiger Kultur, die vor dem Zweiten Weltkrieg über Jahrhunderte eng miteinander verbunden waren. 1996 gründete Kohout das „Festival des Theaters deutscher Sprache”, das seither einen festen Platz im Prager Kulturleben einnimmt. 2002 wurde Kohout mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.


    Weitere Veranstaltungen

    Diskussion: „1968 in globaler Perspektive”
    Dienstag, 16. September, 19.30 Uhr

    Die Tet-Offensive in Vietnam und die März-Unruhen in Polen sind nur zwei Ereignisse des Jahres 1968, deren globale Auswirkungen und Hintergründe von Experten an diesem Abend beleuchtet werden. Es diskutieren: Prof. Dr. Ingrid Gilcher-Holtey und Prof. Dr. Gerd Langguth, Moderation: Prof. Dr. Joachim Scholtyseck

    Diskussion „’68 damals und heute: eine Festkultur?”
    Dienstag, 30. September, 19.30 Uhr

    In einem Vergleich des politischen Engagements bei Studenten von damals und heute nähert sich Priv.-Doz. Dr. Philipp Gassert im Gespräch mit Gerd Appenzeller (Tagesspiegel) der Frage: Was bleibt von1968?


    Der Eintritt in alle Veranstaltungen ist frei.
    Anschließende Diskussion mit dem Publikum.





    Direktor Kommunikation:

    Dr. habil. Harald Biermann


    Medienanfragen richten Sie bitte an:


    Peter Hoffmann

    Pressereferent
    Tel.: (02 28) 91 65-109
    Fax: (02 28) 91 65-302

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