Pressemitteilung: Digedags kommen ins Museum
Hannes Hegen übergibt sein künstlerisches Werk der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Heute übergab der Berliner Zeichner und Grafiker Johannes Hegenbarth der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland eine umfangreiche Schenkung des Gesamtbestandes seines künstlerischen Lebenswerks. Er ist der Öffentlichkeit vor allem unter seinem Pseudonym Hannes Hegen als Erfinder der Comicfiguren die „Digedags“ bekannt.
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Im Mittelpunkt der mehreren tausend Zeichnungen und künstlerischen Vorarbeiten steht der von Hannes Hegen geschaffene Comic „Mosaik“. Diese Bildergeschichten erschienen in der DDR zwischen 1955 und 1975 in 223 Heften, in Auflagen von bis zu 600.000 Exemplaren. Generationen Leser im Osten Deutschlands wurden durch die Zeichenfiguren Dig, Dag und Digedag geprägt. Sie überwanden Raum und Zeit und damit Monat für Monat in der Phantasie der Menschen die Enge der DDR.
Es ist Hannes Hegens Standhaftigkeit zu verdanken, dass eine solche ideologiefreie Comicreihe über zwei Jahrzehnte unter den staatlich normierten Publikationsbedingungen der DDR erscheinen konnte. Nach seiner Verdrängung aus der Mosaik-Redaktion 1975 zog sich Hannes Hegen aus der Öffentlichkeit zurück. Er schuf nach dieser Zeit auch ein umfangreiches OEuvre an „freien Zeichnungen“, das nahezu alle Bereiche des Lebensalltags in der DDR umfasst und humoristisch wie ironisch reflektiert. Diese Zeichnungen gehören ebenso zu der nun übergebenen Schenkung wie auch das Werk seiner Frau, der Kostümbildnerin und engen Mosaik-Mitarbeiterin Edith Hegenbarth.
Die Stiftung Haus der Geschichte übernimmt auch das im Zusammenhang mit dem Mosaik von Hannes Hegen angelegte, umfangreiche Archiv sowie die Bücher, die ihm als Arbeitsgrundlage für seine Entwürfe dienten. Archivalien zur Geschichte des Mosaiks, darunter die historisch wichtige Korrespondenz mit Verlagen oder dem Zentralrat der FDJ, komplettieren die Schenkung.
Prof. Dr. Hans Walter Hütter, der Präsident der Stiftung, erläutert: „Hannes Hegens Arbeiten stellen in ihrer Gesamtheit einen kulturellen Schatz von nationaler Bedeutung dar und sind zugleich eine wesentliche Bereicherung der internationalen Comicgeschichte. Sein Entschluss, sie dem Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland zu schenken, basiert auf seiner hohen Wertschätzung der dort geleisteten musealen Arbeit, von der er sich vor Ort selbst überzeugt hat. Wir bedanken uns bei Hannes Hegen für seine großzügige Schenkung“.
„Die gemeinsam mit Hannes Hegen zusammengestellten und von ihm kommentierten Einzelkonvolute werden in den nächsten Monaten im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig museal erschlossen, dokumentiert und für Ausstellungen im nationalen und internationalen Rahmen aufbereitet“, ergänzt der Direktor des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig, Prof. Dr. Rainer Eckert.
Kontakt:
Prof. Dr. Rainer Eckert
Direktor des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig
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