Besucherforschung
Die Stiftung Haus der Geschichte befragt in regelmäßigen Abständen ihre Besucherinnen und Besucher, um Resonanz auf Dauerausstellung und Wechselausstellungen zu bekommen oder die Wechselbeziehung von Gestaltung und Ausstellungsinhalten zu ermitteln. Durch die zusätzliche Erhebung soziodemographischer Daten kann darüber hinaus ein konkretes Besucherprofil erstellt werden.
Diese langfristig angelegten Untersuchungen und die kontinuierliche Arbeit der Stiftung in der Besucherforschung ermöglichen über die jeweilige „Momentaufnahme“ hinaus, langfristige Trends und Änderungen im Besucherverhalten zu erkennen.
Auch in den Jahren 2007 und 2008 führte die Stiftung ihre besucherorientierte Arbeit mit einer Reihe von Projekten im Haus der Geschichte in Bonn weiter: Das gesamte Haus mit Ausstellung und Ausstattung stand im Mittelpunkt der Betrachtung, aber auch einzelne Abteilungen und Angebote, bei denen die Besucher mit Fragebogen oder Interview zu ihrer Einschätzung und ihren Interessen befragt wurden. Im Folgenden einige ausgewählte Ergebnisse der Untersuchungen.
Die Besucher schätzen Ausstellungen und Programm des Hauses und kommen gern wieder: Fast allen Besuchern gefiel das Haus der Geschichte sehr gut (69 Prozent) oder gut (30 Prozent); annähernd 90 Prozent würden einen Besuch uneingeschränkt weiterempfehlen. Mehr als die Hälfte der Befragten war schon mehrmals im Museum, und auch 15 Jahre nach der Eröffnung kommen immer wieder neue Besucher ins Haus: Etwa 45 Prozent waren zum Zeitpunkt der Befragung zum ersten Mal im Haus der Geschichte.
Die große Akzeptanz des Hauses wird durch die detaillierte Beurteilung der Ausstellungspräsentation und -inhalte sowie verschiedener einzelner Angebote des Hauses untermauert. Die Vermittlung von Zusatzinformationen durch allgemeine und detailliertere Ausstellungstexte sowie interaktive Ausstellungselemente – Medienstationen, Schubladen und Klappelemente – bewertet ein erfreulich großer Teil der Besucher als sehr zufrieden stellend und abwechslungsreich (zwischen 80 und 90 Prozent). Dabei sind es besonders die jüngeren Besucher im Alter zwischen 15 und 19 Jahren, die diese Stationen sehr positiv annehmen.
Bei den demografischen Daten zeigen sich einige positive Veränderungen: Im Vergleich zur letzten Erhebung hat sich die Altersgruppe der „Twens“ von 20 bis 29 Jahren wieder deutlich vergrößert auf 23 Prozent, damit sind Besucher dieses Alters am zahlreichsten im Haus vertreten und folgen zudem sehr häufig einer persönlichen Empfehlung, das Haus der Geschichte kennenzulernen. Der langfristige Vergleich zeigt, dass sich auch der Anteil der über 60-Jährigen auf aktuell über 15 Prozent vergrößert hat.
Weitere Zielsetzungen der Besucherforschung liegen in der Beurteilung von Ausstellungsinhalten:
Die Darstellung von Themen aus der Zeit des geteilten Deutschland beispielsweise wird zunehmend besser beurteilt. Für fast 90 Prozent der Besucher sind Inhalte der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und der DDR-Geschichte sehr oder größtenteils ausgewogen dargestellt und in sinnvollen Vergleichen präsentiert.
Weitere Informationen zur aktuellen Arbeit der Besucherforschung finden Sie im Tätigkeitsbericht 2007-2008.


