10 - Ausbau des MfS

    Flächendeckende Überwachung


    Weil sich die DDR nach außen öffnet, verstärkt die SED im Innern den Unterdrückungsapparat. Das Misstrauen der Staatssicherheit gilt nicht mehr allein der Bürgerrechtsbewegung, sondern letztlich jedem Bürger. Die Geheimpolizei der SED perfektioniert ihre Bespitzelungs-Methoden. Hunderttausende unterstützen das Ministerium für Staatssicherheit (MfS). Dessen überdimensioniertes Ausmaß sowie die Praktiken seiner Spitzel schaffen eine permanente Verunsicherung unter der Bevölkerung. Die Staatssicherheit geht aus politisch-ideologischer Überzeugung mit einem immensen Verwaltungsaufwand und bürokratisch organisierter Brutalität vor und zerstört durch "Zersetzung" das Leben zahlreicher Menschen.

     


    Ein bekanntes Opfer ist der Jenaer Matthias Domaschk, den das MfS 1981 mit dem Vorwurf verhaftet, »negativ-feindliche Handlungen gegen die DDR« begangen zu haben. Als Mitglied der Jungen Gemeinde gerät Domaschk wegen seiner Kontakte zur polnischen und tschechischen Opposition in das Visier der Geheimpolizei. Noch am Tag der Festnahme stirbt er in der Bezirkshaftanstalt des MfS in Gera; die Stasi spricht von Selbstmord. Familie und Freunde Domaschks bezweifeln diese offizielle Version. Die Trauerfeier wird zur Demonstration gegen die Sicherheitskräfte; noch Jahre später kommt es wegen dieses ungeklärten Todesfalls zu Protesten in Jena.

    Auch zahlreiche Bürgerrechtler sind schweren Übergriffen durch die Stasi ausgesetzt. An den Folgen leiden viele noch Jahre nach dem Zusammenbruch des SED-Regimes.

    Lageplan: 10. Ausstellungseinheit
    Geruchsproben, Geheimkameras, Abhörgeräte, Monitore: Werkzeuge der Überwachung und Repression
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    Alle Fotos: © Punctum/Bertram Kober