Bundespräsident


Gemälde: Oskar Kokoschka,  Portrait des Bundespräsidenten Theodor Heuss, 1950        Am 12. September 1949 tritt im Plenarsaal des Deutschen Bundestages in Bonn die Bundesversammlung zusammen. Sie besteht aus den Bundestagsabgeordneten und einer gleich großen Zahl von Personen, die von den Landtagen gewählt werden. Ihre einzige Aufgabe ist die Wahl eines Bundespräsidenten. Um das Amt bewerben sich der FDP-Vorsitzende Theodor Heuss und der SPD-Vorsitzende Kurt Schumacher. Heuss erhält im zweiten Wahlgang die absolute Mehrheit der Stimmen und wird damit erster Bundespräsident. Durch seine ausgleichende Amtsführung, seine integre, humanistisch gebildete Persönlichkeit sowie sein vertrauenerweckendes Auftreten wird er zu einer weithin anerkannten Integrationsfigur der jungen Demokratie.


Der 65jährige Theodor Heuss war bereits in der Weimarer Republik Reichstagsabgeordneter. Während des "Dritten Reiches" ist er vor allem literarisch tätig. In seiner ersten Amtszeit als Bundespräsident stiftet er sowohl den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland als auch das Silberne Lorbeerblatt für sportliche Leistungen und erneuert den Orden "Pour le Mérite" für Wissenschaft und Künste. Sein Versuch, eine neue Nationalhymne zu stiften, scheitert jedoch.        Orden: Bundesverdienstkreuz am Bande, 1951


Hoheitszeichen: Stander des Bundespräsidenten, 1950er Jahre        Der Bundespräsident ist das Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland. Er wird auf fünf Jahre gewählt und kann einmal wiedergewählt werden. Seine vorrangige Aufgabe besteht in der Repräsentation des Staates nach innen und außen. Nach den Erfahrungen der Weimarer Republik hat der Parlamentarische Rat die unmittelbare Macht des Bundespräsidenten stark eingeschränkt. Fast alle Verordnungen und Verfügungen des Bundespräsidenten bedürfen der Gegenzeichnung durch den Bundeskanzler. Trotzdem kann er durch seine Autorität und seine Reden viel zur Entwicklung der demokratischen Kultur und zum internationalen Ansehen der Bundesrepublik beitragen.
Nach Theodor Heuss werden Heinrich Lübke (CDU), Gustav Heinemann (SPD), Walter Scheel (FDP), Karl Carstens (CDU), Richard von Weizsäcker (CDU), Roman Herzog (CDU) und Johannes Rau (SPD) zu Bundespräsidenten gewählt.

(ag)

Audio-Station Rede: Sylvesteransprache von Theodor Heuss, 31.12.1950

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