"Ein erfrischend unterhaltsamer und offener Film, der Traum und Wirklichkeit, Poesie und banale Alltagsrealität mischt und mit Spaß, Ironie und Ernst künstlerisch entfaltet. Der schauspielerisch beachtliche Film macht durch seine grotesken Übersteigerungen deutlich, daß es auch in einer vorgeblich klassenlosen Gesellschaft Klassen gibt." (fd 18 775)
"Der Blick der Nachbarn, die dem endlichen Zusammenkommen von Paul und Paula Beifall zollen, wurde zum Blick der Zuschauer, die diesem Film einen Erfolg bereiteten, wie ihn die DEFA so spontan seit den Anfängen nicht mehr erlebt hatte: "Die Legende von Paul und Paula", geschrieben von Ulrich Plenzdorf, inszeniert von Heiner Carow, markierte am auffälligsten den Aufbruch des Spielfilms, der Anfang der siebziger Jahre staunen machte. Plötzlich redeten die Leute wieder über die DEFA." (Wolfgang Gersch, Film in der DDR, S.347)
"Schon vor dem Film gab es Gerüchte, der Film würde verboten. Aber die Premiere fand statt. Das Kino war brechend voll. (...) Die vierhundert Leute, die sich ihre Karten an der Kinokasse gekauft hatten, klatschten ohne Unterbrechung und warfen Blumen auf die Bühne. Die übrigen achthundert, die auf den "bestellten" Plätzen saßen, rührten so gut wie keine Hand. Sie pfiffen nicht, sie randalierten nicht. Sie saßen schweigend da, die Hände im Schoß. Sie waren "diszipliniert". Nur einem von ihnen war es gelungen, türenknallend noch vor dem Beifall den Saal zu verlassen. Das war der damalige Stadtrat für Kultur in Berlin. Es wurde eine Pressekampagne organisiert. Die Chefredakteure bestellten bei den Kritikern Verrisse, und viele Kritiker schrieben sie. Aber das Publikum strömte in die Kinos. Überall waren die Vorstellungen ausverkauft, überall wurde Angelica Domröse gefeiert. Wir machten eine Premierenreise durchs Land, wurden zu den sogenannten Schwerpunkten des Sozialismus geschickt, damit man uns gründlich die Meinung sagt. Aber die bestellten Kritiker, die die Diskussion in die "richtige Bahn" lenken sollten, wurden ausgepfiffen oder ausgelacht." (Heiner Carow, in: Fünfzig Schauspieler in Babelsberg, S. 39)