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    The American Way. Die USA in Deutschland
     

    02. April bis 12. Oktober 2014
    Dienstag - Freitag, 9.00-18.00 Uhr
    Samstag, Sonntag, 10.00-
    18.00 Uhr
    Eintritt frei

    Taunus 17M de Luxe

     

     

    Vom "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" bis zu "Ami go home": Die USA wecken bei uns Deutschen Emotionen und polarisieren. Die Geschichte Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg ist ohne den Einfluss der Vereinigten Staaten in vielen Bereichen nur schwer vorstellbar. Dieser besonderen Beziehung widmet sich die Ausstellung mit rund 1.000 Exponaten und zahlreichen Medienstationen. Anhand der zentralen Felder Sicherheitspolitik, Wirtschaft und (Alltags-)Kultur zeichnet sie die deutsch-amerikanischen Beziehungen von 1945 bis in die Gegenwart nach.

     

     
    Abbildung Moped

     

     


    Sieger und Besiegte

    Der Bombenkrieg, die Zerstörung deutscher Städte sowie die Beschlagnahmung von Gebäuden und Industrieanlagen prägen zunächst das Amerikabild in der deutschen Bevölkerung. Im Zeichen des Kalten Kriegs vollzieht sich aber ein Wandel in der amerikanischen Deutschlandpolitik. Durch CARE-Pakete, Marshallplan und die Luftbrücke nach West-Berlin gewinnen die USA Sympathien in West-Deutschland und avancieren zur beliebten Schutzmacht.


    Vorbild Amerika?

    In den 1950er- und 1960er Jahren wird der "American Way of Life" zum Vorbild für viele Deutsche. Während Jugendliche die Musik von Bill Haley und Elvis Presley hören, begeistern sich die Erwachsenen für Einbauküchen und Hollywoodschaukeln. Wenige Jahre später demonstriert die Studentenbewegung gegen vermeintlichen "US-Imperialismus" und den Krieg in Vietnam. Millionen Bundesbürger gehen zu Beginn der 1980er Jahre auf die Straße: Sie protestieren gegen die Stationierung neuer amerikanischer Mittelstreckenraketen.


    Feindesland und Sehnsuchtsort

    Auf der anderen Seite des "Eisernen Vorhangs" betreibt das SED-Regime massive antiamerikanische Propaganda und versucht, westliche Einflüsse auf die Bevölkerung zu unterbinden. Dennoch sind die Vereinigten Staaten für viele Ostdeutsche Projektionsfläche ihrer Sehnsüchte und Träume: Amerikanische Rock- und Popmusik begeistert die Jugend in der DDR; amerikanische Konsumgüter sind begehrte Waren und Geschenke im Land des "real existierenden Sozialismus".


    Gemeinsam vor globalen Herausforderungen

    Die Bedeutung der atlantischen Partnerschaft wird bei der Wiedervereinigung deutlich: Die USA unterstützen bereits 1989 den Einigungsprozess. Nach dem Ende des Kalten Kriegs entstehen neue globale Probleme. Die Terroranschläge vom 11. September 2001 lösen Fassungslosigkeit aus. Die Bundesrepublik entsendet Soldaten nach Afghanistan, um die amerikanischen Truppen im "Krieg gegen den Terror" zu unterstützen. Aber der folgende Krieg gegen den Irak wird zur Belastungsprobe der gemeinsamen Beziehungen. Die USA sind im Zeitalter der Globalisierung zunehmend auch wirtschaftlicher Konkurrent, die amerikanische Bankenkrise hat erhebliche Auswirkungen auf die Volkswirtschaften in Europa. Wie sich die deutsch-amerikanischen Beziehungen vor dem Hintergrund der globalen Herausforderungen weiter entwickeln werden, ist noch nicht abzusehen. Trotz aller Verstimmungen bleibt Amerika mit seiner Musik, mit Filmen, Medien und Produkten weiterhin im Alltag der Bundesbürger präsent.