Institution
Die Entstehung und Entwicklung des Zeitgeschichtlichen Forums
Auf Vorschlag der Unabhängigen Föderalismuskommission von Bundestag und Bundesrat vom 27. Mai 1992 wird die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland beauftragt, in Leipzig ein „Archiv der Deutschen Einheit“ aufzubauen. Die Archividee wird zum Zeitgeschichtlichen Forum als Ausstellungs-, Informations- und Dokumentationszentrum weiterentwickelt. Leipzig als Stadt der friedlichen Revolution in den Jahren 1989/90 eignet sich besonders als Standort für das Forum.
In enger Abstimmung mit dem Haus der Geschichte in Bonn beginnt in Leipzig 1993 der Aufbau des Ausstellungs-, Dokumentations- und Informationszentrums, dessen Konzeption die Gremien der Stiftung erstmals 1996 beraten und 1997 abschließend bestätigen. Ebenfalls 1997 spricht sich das Kuratorium mit überwältigender Mehrheit für den Zentral-Messepalast als Standort aus und die Berliner Arbeitsgemeinschaft Prof. Claus-Peter Groß und Prof. Ludwig Thürmer beginnt mit der Arbeit an der Gestaltung der Dauerausstellung.
Im Juni 1998 beschließt das Kuratorium die neue Einrichtung als Teil der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland Zeitgeschichtliches Forum zu nennen. Zum zehnten Jahrestag der friedlichen Revolution eröffnet Bundeskanzler Schröder am 9. Oktober 1999 das Museum. Es wird zu einem Ort lebendigen Erinnerns.
In seiner Sitzung im Dezember 2001 beschließt das Kuratorium, dem Zeitgeschichtlichen Forum nach Abschluss der Aufbauphase und nach Anlaufen des Ausstellungs- und Veranstaltungsbetriebes größere Selbständigkeit einzuräumen, damit es sich entsprechend den historischen und mentalen Gegebenheiten in den neuen Bundesländern noch besser profilieren kann und in der Öffentlichkeit als Institution wahr- und angenommen wird. Die enge Vernetzung aller Arbeitsebenen zwischen den Standorten der Stiftung in Bonn und Leipzig sowie die optimale Nutzung der Ressourcen wird beibehalten und in den kommenden Jahren noch verstärkt.
Nach zweijähriger Arbeit wird im Jahr 2007 die grundsätzliche Überarbeitung der Dauerausstellung des Zeitgeschichtlichen Forums abgeschlossen und durch Kulturstaatsminister Bernd Neumann eröffnet.
Im Gedenkjahr 2009, zwanzig Jahre nach der friedlichen Revolution, verzeichnet das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig mit deutlich über 200.000 Besuchen sein bisher besucherstärkstes Jahr. Das 20jährige Jubiläum der friedlichen Revolution und des Mauerfalls hat das Interesse am Museum nochmals gesteigert.
Direktor des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig:
Prof. Dr. Rainer Eckert
Tel.: (03 41) 22 20-101




