• Schwarz-weiß-Zeichnung: in der Mitte zusammengenähter deutscher Michel sitzt als Patient auf einem Stuhl; der Arzt ist Helmut Kohl, der ihm eine Spritze (Aufschrift: Solidar.zuschl.) verpassen will; an der Wand zeigt der Kalender den 3. Oktober; Text am unteren Blattrand: ... noch'n paar Eigenblut-Spritzen und man sieht kaum noch ne Narbe!.
Signiert und datiert links oben.

Karikatur "... noch'n paar Eigenblut-Spritzen"

Thema der Karikatur von Horst Haitzinger ist der mit der Einführung des Solidaritätszuschlags erhoffte wirtschaftliche Aufschwung der neuen Bundesländer nach der Wiedervereinigung und die Hoffnung, dass Deutschland "nahtlos" zusammenwachsen werde. Dargestellt ist Bundeskanzler Helmut Kohl als Arzt, der seinem Patienten, dem aus zwei Hälften zusammengenähten deutschen Michel, eine "Eigenblut"-Spritze mit der Aufschrift "Solidar(itäts)zuschl(ag)" gibt. Die Behandlung findet am 3. Oktober statt, dem Tag der Deutschen Einheit.

Die Bundesregierung verabschiedet 1991 das "Gemeinschaftswerk Aufschwung Ost" und beschließt eine zunächst befristete Zusatzabgabe auf die Lohn-, Einkommens- und Körperschaftssteuer, den so genannten Solidaritätszuschlag. Haitzinger veröffentlicht als Student 1958 seine ersten Karikaturen für die satirische Zeitschrift "Simplicissimus". Seit 1964 ist er freiberuflich als Karikaturist tätig und arbeitet für verschiedene Zeitungen und Illustrierte, vor allem für die "Bunte" und die "tz".

Ort und Zeit:
Bundesrepublik Deutschland, 1995
Objektart:
Karikatur
Bildnachweis:
Stiftung Haus der Geschichte; EB-Nr. 1998/07/0036
Urheber:
Haitzinger, Horst

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