Erich Loest 1926 - 2013

  • 1926

    24. Februar: Erich Loest wird in Mittweida/Sachsen als Sohn eines Kaufmanns geboren.

  • 1944 - 1945

    Nach dem Besuch der Oberschule und einer militärischen Ausbildung bei den Bodentruppen leistet Loest drei Wochen lang Kriegsdienst als so genannter "Werwolf", das letzte Aufgebot des NS-Regimes.

    Im April 1944 tritt er in die NSDAP ein.

    Nach Kriegsende arbeitet er unter anderem in der Landwirtschaft und in den Leuna-Werken.

  • 1947-1950

    Volontär sowie Redakteur bei der "Leipziger Volkszeitung".

  • ab 1950

    Freischaffender Schriftsteller in Leipzig.

    Mit der Veröffentlichung des Romans "Jungen, die übrig bleiben" (1950) tritt Loest als Schriftsteller in der DDR hervor.

    Populär wird er mit den Erzählbänden "Liebesgeschichten", "Sportgeschichten" und dem Berlin-Roman "Die Westmark fällt weiter" (1952).

    Als Vorsitzender des Schriftstellerverbandes Leipzig und SED-Mitglied unterstützt Loest die DDR-Regierung bis sein Weltbild durch die Ereignisse um den 17. Juni 1953 stark erschüttert wird.

    Loests nachhaltige Kritik an der SED-Führung nach der Niederschlagung des Aufstandes vom 17. Juni und sein lautes Nachdenken über die Konsequenzen einer Entstalinisierung für die DDR tragen ihm ab 1957 eine lange Untersuchungshaft ein.

  • 1955/56

    Studium am "Literaturinstitut Johannes R. Becher" in Leipzig.

  • 1957

    Ausschluss aus der SED. Verhaftung und Verurteilung zu siebeneinhalb Jahren Zuchthaus wegen "konterrevolutionärer Gruppenbildung".

  • 1964

    Haftentlassung auf Bewährung.

  • ab 1965-1975

    Loest verfasst Romane und Erzählungen, die vorrangig dem Broterwerb dienen.

  • 1978

    Veröffentlichung des autobiografischen Romans "Es geht seinen Gang oder Mühen in unserer Ebene".

  • 1979

    Nach offenem Protest gegen Zensurmaßnahmen Austritt aus dem Schriftstellerverband der DDR.

  • 1980

    Veröffentlichung der literarischen Karl-May-Biografie "Swallow, mein wackerer Mustang".

  • 1981

    Übersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland.

    Veröffentlichung seiner Autobiografie "Durch die Erde ein Riss" in einem westdeutschen Verlag.

    Auszeichnung mit dem "Hans-Fallada-Preis" der Stadt Neumünster.

  • 1984-1985

    Veröffentlichung der Leipzig-Romane "Völkerschlachtdenkmal" (1984) und "Zwiebelmuster" (1985), die beide fürs Fernsehen verfilmt werden.

  • 1984-1986

    Zweiter Vorsitzender des Verbandes Deutscher Schriftsteller der Bundesrepublik.

  • 1987

    Mitbegründer des Linden-Verlages in Künzelsau.

  • 1990

    April: Das Oberste Gericht der DDR hebt das 1957 verhängte Urteil gegen Loest auf und spricht ihn frei.

  • 1990/91

    Nachdem er Einsicht in seine "Stasi-Akte" bekommen hat, veröffentlicht er seine Erkenntnisse über die Arbeit des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in den Romanen "Froschkonzert" und der Dokumentation "Die Stasi war mein Eckermann oder mein Leben mit der Wanze".

  • 1994-1997

    Bundesvorsitzender des Verbandes Deutscher Schriftsteller.

    Loest setzt sich mit dem sogenannten Polen-Plan zur "Förderung polnischer Literatur in Deutschland und deutscher Literatur in Polen" nachhaltig für enge Verbindungen zu Polen ein.

  • 1995

    Veröffentlichung des dokumentarischen Romans "Nikolaikirche", in dem er die Ereignisse um die Leipziger Montagsdemonstrationen im Jahre 1989 schildert.

    Der Roman wird mit großem Erfolg verfilmt.

  • 1996

    Verleihung der Ehrenbürgerschaft der Stadt Leipzig.

  • 1997

    Veröffentlichung der autobiografischen Schrift "Als wir in den Westen kamen. Gedanken eines literarischen Grenzgängers".

    Auszeichnung mit dem Kommandeurkreuz des Verdienstordens der Republik Polen.

  • 1999

    Veröffentlichung des Romans "Gute Genossen".

  • 2001

    Veröffentlichung des Historienromans "Reichsgericht".

  • 2005

    Literarische Verarbeitung des 17. Juni 1953 im Roman "Sommergewitter".

  • 2009

    Verleihung des Deutschen Nationalpreises.

  • 2010

    Verleihung des "Kulturgroschens" des Deutschen Kulturrates.

  • 2013

    12. September: Tod Loests durch Selbsmord.

 

(iz) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Stand: 22.01.2016
Text: CC BY NC SA 4.0

Empfohlene Zitierweise:
Zündorf, Irmgard: Biografie Erich Loest, in: LeMO-Biografien, Lebendiges Museum Online, Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland,
URL: http://www.hdg.de/lemo/biografie/erich-loest.html
Zuletzt besucht am 02.12.2016

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