Paul Löbe 1875 - 1967

  • 1875

    14. Dezember: Paul Löbe wird in Liegnitz/Schlesien als Sohn eines Tischlers geboren.

  • 1890-1895

    Lehre als Schriftsetzer in Liegnitz.

  • 1899

    Schriftleiter der sozialdemokratischen Zeitung "Volkswacht" in Breslau.

  • ab 1904

    Stadtverordneter in Breslau für die Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD).

    Als junger Parteiredakteur zieht er sich eine längere Freiheitsstrafe wegen Majestätsbeleidigung zu.

  • 1914-1918

    Als die Kriegspolitik die Partei spaltet, setzt er sich zwar für die Landesverteidigung ein, treibt aber auch die Verhandlungen um einen Verständigungsfrieden voran.

    Als einer der Ersten bemüht er sich um die Wiedervereinigung der getrennten Flügel der Sozialdemokratie, der SPD und der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD).

  • 1919

    Im Wahlkreis Breslau wird Löbe in die Weimarer Nationalversammlung gewählt, in der er einer der Vizepräsidenten wird.

  • 1920

    Juni: Wahl in den Reichstag und Wahl zum Reichstagspräsidenten. In dieser Stellung erwirbt er sich durch vier Legislaturperioden Achtung und Vertrauen, auch der politischen Gegner.

    Die Reichspräsidentenkandidatur, die man ihm nach dem Tode Friedrich Eberts angeträgt, lehnt er ab.

  • 1932

    Ablösung als Reichstagspräsident durch Hermann Göring. Redakteur des SPD-Zentralorgans "Vorwärts".

  • 1933

    Nach Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft kommt Löbe unter dem Vorwand, Parteigelder unterschlagen zu haben, für sechs Monate in Schutzhaft.

    Unter der Bedingung, seine politische Tätigkeit aufzugeben, wird er aus der Haft entlassen.

    Rückzug aus dem politischen Leben.

  • ab 1935

    Korrektor im Verlag Walter de Gruyter, Berlin.

    Er nimmt Verbindungen zum Widerstandskreis um Carl Friedrich Goerdeler auf.

  • 1944

    Nach dem Attentat vom 20. Juli erneut kurzzeitig inhaftiert.

  • 1945

    Nach Kriegsende sofortige Wiederaufnahme der Tätigkeit für die SPD und Redakteur der sozialistischen Zeitung "Das Volk".

  • 1946

    Als Gegner einer Vereinigung von Kommunistischer Partei Deutschlands (KPD) und SPD tritt er aus dem Berliner Zentralausschuss der SPD aus, obwohl die sowjetische Besatzungsmacht versucht, ihn mit "Essen, Geld und eigener Villa" in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) zu halten.

    Er engagiert sich fortan in der selbständig bleibenden SPD der westlichen Sektoren Berlins.

    Lizenzträger der seit 1. Mai 1946 erscheinenden Tageszeitung "Der Telegraf" im britischen Sektor von Berlin.

  • 1948/49

    Mitglied des Parlamentarischen Rates in Bonn.

  • 1949

    13. Juni: Auf dem Wiesbadener Gründungskongress wird Löbe einstimmig zum Präsidenten des deutschen Rates der Europa-Bewegung gewählt.

    7. September: Auf der konstituierenden Sitzung des Deutschen Bundestages hält Löbe als Alterspräsident die Eröffnungsrede.

    Bis 1953 bleibt er als Vertreter Berlins im Deutschen Bundestag.

    Veröffentlichung seiner Memoiren unter dem Titel "Erinnerungen eines Reichstagspräsidenten".

  • 1951

    Auszeichnung mit dem Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

  • 1954

    Übernahme des Präsidiums des "Kuratorium Unteilbares Deutschland".

  • 1955

    Anlässlich seines 80. Geburtstages wird Löbe zum Ehrenbürger Berlins und der Freien Universität Berlin ernannt.

  • 1956

    Veröffentlichung seiner Lebenserinnerungen "Der Weg war lang".

  • 1967

    3. August: Paul Löbe stirbt in Bonn.

 

(iz) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Stand: 22.01.2016
Text: CC BY NC SA 4.0

Empfohlene Zitierweise:
Zündorf, Irmgard: Biografie Paul Löbe, in: LeMO-Biografien, Lebendiges Museum Online, Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland,
URL: http://www.hdg.de/lemo/biografie/paul-loebe.html
Zuletzt besucht am 30.09.2016

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