1955-63

 

Staatsmann Adenauer: Bundestagswahl 1957

Wahlplakat: Keine Experimente! CDU, 1957
Wahplakat der SPD zu den Bundestagswahlen, 1957
Wahlplakat: FDP. Die Goldene Mitte zwischen schwarz und rot, 1957

Die Wahlen zum 3. Deutschen Bundestag finden am 15. September 1957 statt. Die Saarländer dürfen erstmals mitwählen. Neu ist auch die Briefwahl: Wer am Wahltag krank oder verreist ist, kann seine Stimme per Post abgeben. Zur Wahl stehen 13 Parteien. Nur fünf Parteien gelingt allerdings der Sprung ins Parlament: Christlich Demokratische Union (CDU) und Christlich Soziale Union (CSU), Sozialdemokratische Partei Deutschland (SPD), Freie Demokratische Partei (FDP) sowie Deutsche Partei (DP) aufgrund von Wahlabsprachen mit der CDU. Die Wahlen werden zum Triumph für Bundeskanzler Konrad Adenauer: Zum ersten Mal erringt mit der CDU/CSU eine Fraktion die absolute Mehrheit der Stimmen.

Der Wahlkampf ist hart und wird durch den Ost-West-Konflikt überschattet. Den Wählern ist der Einmarsch der Sowjetunion in Ungarn im Herbst 1956 noch in guter Erinnerung. Geschickt schüren die Unionsparteien die Angst, ein Regierungswechsel werde das Erreichte zunichte machen. Die Formel "Keine Experimente" hat tatsächlich Erfolg: CDU und CSU gewinnen 50,2 Prozent der Stimmen. Trotzdem schließt Adenauer nach der Wahl eine Koalition mit der DP.

Die SPD, die im Wahlkampf eine aktivere Wiedervereinigungspolitik gefordert hatte, verfehlt ihr Wahlziel. Doch auch sie gewinnt Stimmen auf Kosten der kleineren Parteien hinzu und erreicht 31,8 Prozent. Die Liberalen versuchen, sich gegenüber beiden großen Parteien zu profilieren und vermeiden eine klare Koalitionsaussage. Doch mit nur noch 7,7 Prozent der Stimmen ist das Wahlergebnis für sie enttäuschend. Die FDP bleibt in der Opposition. Mit 4,6 Prozent scheitert die Vertriebenenpartei Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) an der 5 Prozent-Klausel.

(ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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