1955-63 |
Teilung Deutschlands |
|
![]() ![]()
|
Das Jahr 1955 markiert den Abschluss der politischen und militärischen Integration beider deutscher Staaten in die jeweiligen Blöcke. Die schon Ende der 40er Jahre einsetzende Ausrichtung der Wirtschaft der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik nach Westen bzw. nach Osten wird weiter fortgesetzt. Während die DDR-Regierung den wirtschaftlichen Austausch mit den RGW-Staaten verstärkt, strebt die Bundesrepublik mit der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) die Bildung eines gemeinsamen Marktes an. Oberstes politisches Ziel sowohl der Bundesrepublik wie auch der DDR bleibt offiziell zunächst das Streben nach Wiedervereinigung. Die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland ist in den 50er Jahren durch ihre strikte Westbindung gekennzeichnet. Neben den USA ist vor allem Frankreich ein wichtiger politischer Partner. Die deutsch-französische Aussöhnung wird 1963 durch den Elysée-Vertrag besiegelt. Der von Bonn und Paris angestrebte Zusammenschluss der westeuropäischen Staaten bekommt im wirtschaftlichen Bereich durch die Gründung der EWG 1957 neuen Schwung. In der Deutschlandpolitik hält Bonn bis 1969 noch am Alleinvertretungsanspruch und an der Hallstein-Doktrin als Grundlage der Wiedervereinigungspolitik fest. Sie wird darin von den westeuropäischen Staaten und den USA unterstützt.
Die UdSSR und die DDR hingegen drängen seit Mitte der 50er Jahre auf die internationale Anerkennung beider deutscher Staaten und fordern den
Westen auf, die in Europa bestehenden Grenzen zu akzeptieren. Wie der Volksaufstand in
Ungarn 1956 zeigt, duldet die Sowjetunion auch trotz Entstalinisierung
keinerlei Abweichungen innerhalb des Ostblocks.
(ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland |