1955-63

 

Teilung Deutschlands: Leben im Sozialismus

Plakat: 10 Jahre DDR, 1959
Plakat: 40 Jahre Große Sozialistische Oktoberrevolution, 1957
Zeitschrift: Die Arbeiterin, 1960

In ihren privaten und persönlichen Wünschen und Hoffnungen unterscheiden sich die Menschen in Ost und West wenig. Freud und Leid sind in vieler Hinsicht gleich. Die Menschen versuchen sich einzurichten, arbeiten für den privaten Wohlstand und das eigene Wohlbefinden. Der Alltag in der DDR gestaltet sich jedoch für die meisten Menschen mühsamer. Die Versorgung bleibt chronisch schlecht trotz unübersehbarer Verbesserungen des Lebensstandards im Vergleich zu den vergangenen Jahren. Die Menschen werden von der Wiege bis zum Grab von der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) begleitet, die auf nahezu alle Lebensbereiche Einfluss zu nehmen versucht.

Die Wirtschaft bleibt das Sorgenkind der DDR-Regierung: Rohstoffe, Konsumgüter und neue Maschinen fehlen, Arbeitskräfte sind knapp. Die synthetische Gewinnung von Benzin soll von Ölimporten unabhängig machen - Braunkohle muss das fehlende Erdöl ersetzen. Die unbestreitbaren wirtschaftlichen Erfolge der DDR können jedoch nur durch Vernachlässigung der vorhandenen Infrastruktur sowie des Städtebaus erreicht werden.

Vor allem um den Arbeitskräftemangel auszugleichen, werden die Frauen in der DDR angehalten, berufstätig zu sein. "Die Frau von heute" soll bei der Arbeit der Kumpel im Blaumann, abends sportlich und verführerisch sein. Am traditionellen Frauenbild ändert sich auch in der DDR nur wenig. Behütet und ideologisch umsorgt von Partei und Gesellschaft - so das offizielle Bild - wachsen die Kinder in der DDR heran. Die Lebensstationen der Kinder und Jugendlichen sind vom Staat vorbestimmt: Krippe, Junge Pioniere, FDJ, Jugendweihe, polytechnische Oberschule, Mittlere Reife oder Abitur.

(ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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