1955-63

 

Teilung Deutschlands: Propagandakrieg

Katikatur: Kurt Poltiniak über das Verhältnis der DDR zum RIAS, 1953
Flugblatt: DDR-Propagandabombe, um 1960

Bei der Wahl ihrer technischen Mittel für die politische Propaganda unterscheiden sich die Bundesrepublik und die DDR kaum voneinander: Mit Flugblättern gespickte "Bomben" und "Raketen" gehören zum Arsenal der Auseinandersetzung. Bis 1962 werden mehr als 400 "Sprengsätze" dieser Art über dem Bundesgebiet gezündet. Von West-Berlin aus sendet der Rundfunk im amerikanischen Sektor (RIAS) besonders für die Bürger der DDR. Im Gegenzug soll die "Stimme der DDR" die Bürger der Bundesrepublik beeinflussen. Die Wirkung der massiven Propaganda lässt sich jedoch kaum messen.

Für die DDR sind Agitation und Propaganda normale Bestandteile ihrer Außenpolitik, durch die - vor allem den Staaten der "Dritten Welt" - ein positives Bild der "Arbeiter- und Bauernmacht" vermittelt werden soll. Gleichzeitig dienen Agitation und Propaganda dazu, den Antikommunismus, Revisionismus und "Sozialdemokratismus" des Westens zu bekämpfen. Durch das Verbot der Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) 1956 verliert die DDR vorübergehend einen wichtigen Helfer für die Verbreitung ihrer Propaganda im Westen, der allerdings 1968 als Deutsche Kommunistische Partei (DKP) wieder auftaucht.

Mit einer sensationellen Nachricht gewinnt der Ostblock im Oktober 1957 die Aufmerksamkeit der Weltpresse: Der Sowjetunion ist es gelungen, vor den USA einen künstlichen Satelliten in eine Erdumlaufbahn zu schießen. Sputnik 1 schockiert den Westen. Wurde die Leistungsfähigkeit der sowjetischen Technik unterschätzt? Vermag die Sowjetunion nun auch Interkontinentalraketen als mögliche Träger von Atombomben zu bauen? In fieberhafter Eile bemühen sich die Amerikaner, den russischen Vorsprung im Weltraum aufzuholen.

(ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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