1955-63 |
Teilung Deutschlands: Westbindung |
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Seit ihrer Gründung versucht die Bundesrepublik Deutschland, ihre außenpolitischen Interessen durch eine Politik der konsequenten Westbindung durchzusetzen. Die feste Verankerung in der Gemeinschaft demokratischer Staaten soll das Vertrauen des Auslands in die Verlässlichkeit und Berechenbarkeit Bonns stärken. Gleichzeitig verfolgt Bundeskanzler Adenauer mit dieser Politik das Ziel einer Anerkennung der Bundesrepublik als gleichberechtigter Partner. Seine erfolgreiche Westpolitik kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine mögliche Wiedervereinigung in immer weitere Ferne rückt. Wichtige Stationen auf dem Weg der Westintegration sind neben der Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) 1951 und dem Beitritt zur NATO 1955, die Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) 1957. In den Römischen Verträgen einigen sich Frankreich, Italien, die Bundesrepublik und die Beneluxstaaten darauf, die wirtschaftliche Einigung Europas weiter voranzutreiben. Mit der EWG schaffen sie zunächst einen gemeinsamen Markt. Darüber hinaus sind die Aussöhnung mit Frankreich und ein gutes Verhältnis zu den USA wichtige Eckpfeiler der Bonner Außenpolitik. Die deutsch-französischen Beziehungen sind zunächst durch die Bedenken Frankreichs gegenüber einer deutschen Wiederbewaffnung und den Konflikt um die Saarfrage geprägt. Das freundschaftliche Verhältnis zwischen Bundeskanzler Adenauer und Staatpräsident de Gaulle fördert die deutsch-französische Aussöhnung. 1963 kommt es zum Abschluss des Elyséevertrages, in dem eine enge Zusammenarbeit beider Länder vereinbart wird. Die deutsch-amerikanischen Beziehungen kühlen hingegen zu Beginn der 60er Jahre ab. Die Entspannungsbemühungen der USA und der Sowjetunion werden von der Bundesrepublik zunächst mit großer Skepsis vefolgt. (ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland |