1955-63 |
Unzufriedene Republik: Kanzlerwechsel 1963 |
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Der Bundestag wählt am 16. Oktober 1963 Ludwig Erhard als Nachfolger von Konrad Adenauer zum Bundeskanzler. Obwohl Adenauer sich hartnäckig dagegen sträubte, war Erhard schon am 23. April 1963 von der CDU/CSU-Fraktion zum Kanzlerkandidaten nominiert worden. Der langjährige Wirtschaftsminister und "Vater des Wirtschaftswunders" setzt die bisherige Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP fort. Ludwig Erhard steht vor allem vor schwierigen außenpolitischen Aufgaben: Wo ist Deutschlands Platz, näher bei den USA oder näher bei Frankreich? Weil Erhard sich besonders
um gute Beziehungen zu den Vereinigten Staaten bemüht, kühlt das deutsch-französische
Verhältnis während seiner Kanzlerschaft stark ab. Im Mai 1965
setzt Erhard die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Israel durch. Dies
veranlasst die meisten arabischen Staaten zum Abbruch ihrer Beziehungen
zur Bundesrepublik. Im September 1965 gelingt es der CDU/CSU mit ihrer populären "Wahllokomotive" Erhard erneut, die Bundestagswahlen zu gewinnen. Eine unerwartete wirtschaftliche Rezession führt jedoch 1966 zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit und einer Haushaltskrise. Die Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP bricht darüber am 27. Oktober 1966 auseinander. Ludwig Erhard muss zurücktreten. Die CDU/CSU verständigt sich mit der SPD rasch auf die Bildung einer Großen Koalition. Neuer Bundeskanzler wird Kurt Georg Kiesinger Vizekanzler und Außenminister wird der SPD-Vorsitzende Willy Brandt. (ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland |