1949-55 |
Gegenwärtige Vergangenheit: Widerstandstraditionen |
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Beide deutsche Staaten berufen sich auf den Widerstand gegen den Nationalsozialismus, jedoch
auf völlig unterschiedliche Weise. In der Bundesrepublik sind es vor allem die Attentäter des
20. Juli 1944, in der DDR die Kommunisten um
Ernst Thälmann,
das Nationalkomitee "Freies Deutschland" und die Widerstandsgruppe "Rote Kapelle", die als
Widerstandskämpfer geehrt werden. Als rechtsextreme Gruppen in der Bundesrepublik versuchen, die Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 als "Landesverräter" hinzustellen, setzt Bundespräsident Theodor Heuss ein deutliches Zeichen: In seiner Gedenkrede am 20. Juli 1954 betont er das "geschichtliche Recht", den Anschlag auf Hitler zu wagen. Er dankt den Verschwörern für ihren Versuch, zumindest ein Zeichen gesetzt zu haben. In der DDR werden die Attentäter des 20. Juli als antisowjetisch und imperialistisch verurteilt. Staats- und Parteiführung betonen ihre Verwurzelung in einer "echten" antifaschistischen Widerstandstradition. "Nationale Mahn- und Gedenkstätten" sollen diesen Anspruch bezeugen. Nach ihrer Einweihung 1958 wird die Gedenkstätte Buchenwald mit dem von Fritz Cremer gestalteten Ehrenmal alljährlich Schauplatz von Staatsakten, Vereidigungen und Jugendweihen. "Antifaschistische Widerstandskämpfer" der DDR sammeln sich seit 1947 in der gesamtdeutsch angelegten Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN), deren ostdeutsche Sektion jedoch 1953 durch die SED aufgelöst wird.
(ahw) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland |