1949-55 |
Kulturelles Leben: "Blick in den Westen" |
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Die Bestseller der 50er Jahre sind Übersetzungen aus dem westlichen Ausland, Sachbücher
und Triviales, oft zu zeitgeschichtlichen Themen. In wenigen Jahren erreichen diese Bücher
Auflagen von hunderttausenden Exemplaren. Möglich wird dies auch durch die neuartigen
Taschenbücher. Die Gegenwartsliteratur erhält ihre Impulse vor allem durch die von Hans Werner Richter initiierte "Gruppe 47", in der sich junge Schriftsteller wie Heinrich Böll, Günter Eich und Ingeborg Bachmann zusammenfinden. Die Gruppe erwirbt sich schnell den Ruf einer literarisch-gesellschaftskritischen Instanz und bestimmt
für zwei Jahrzehnte die westdeutsche Literaturentwicklung entscheidend mit. Seit 1950 vergibt sie alljährlich einen
vielbeachteten Preis für Werke der jungen deutschen Gegenwartsliteratur. Nach dem Vorbild der angelsächsischen Pocket-Books werden seit 1950 in der Bundesrepublik Taschenbücher herausgegeben. Ihre hohen Auflagen und ihr niedriger Preis revolutionieren den Büchermarkt und machen "gute Literatur" für alle zugänglich. Besonders erfolgreich werden die zunächst in Zeitungsformat gedruckten Rowohlts Rotations-Romane (rororo). 1957 richtet der Buchhändler Gerhard Ludwig, Initiator der angesehenen "Kölner Mittwochgespräche", im Kölner Hauptbahnhof den ersten Taschenbuchladen Deutschlands ein. (ahw) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland |