1949-55 |
Kulturelles Leben: Literaturhorizonte |
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Das Literaturangebot
im Westen weist in den 50er Jahren eine breite Palette unterschiedlicher
Strömungen auf. Nach der Isolierung im "Dritten Reich" besteht ein
großer Nachholbedarf an ausländischen Autoren. Daneben finden
Dichter und Dramatiker der Vorkriegszeit großes Interesse. Als dominierende
Tendenz lässt sich jedoch bei den meisten Autoren eine Flucht vor der
politisch-gesellschaftlichen Wirklichkeit feststellen. Dies entspricht der
politischen Abstinenz weiter Bevölkerungskreise.
"Für uns sind Kunst und Literatur Waffen für den Sozialismus." Entsprechend dieser Leitidee startet die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) zu Beginn der 50er Jahre in der DDR ihren Kampf gegen den angeblichen "Formalismus" in Kunst und Literatur. Nach dem Vorbild der Sowjetunion verfügt sie als verbindliche künstlerische Schaffensmethode den "Sozialistischen Realismus". Durch "wahrheitsgetreue und historisch konkrete künstlerische Darstellung" soll die ostdeutsche Literatur dazu beitragen, die werktätigen Menschen im Geiste des Sozialismus ideologisch umzuformen und zu erziehen. Zur Kontrolle und Umsetzung der kulturpolitischen Beschlüsse werden besondere Einrichtungen geschaffen wie das "Amt für Literatur und Verlagswesen" und die "Staatliche Kommission für Kunstangelegenheiten". Ihre Aufgaben gehen später auf das 1954 gegründete Ministerium für Kultur über, dem zunächst der Schriftsteller Johannes R. Becher vorsteht.
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