1949-55

 

Kulturelles Leben: Presse

Zeitung: Erste Ausgabe der FAZ, 1949
Zeitung: Erste Ausgabe der Bild-Zeitung vom 24. Juni 1952
Zeitschrift: "Der Stern" mit Romy Schneider, 1954

Nach Aufhebung der Lizenzpflicht 1949 wird das Angebot in den Zeitungskiosken und Buchläden der Bundesrepublik immer größer, breiter und bunter. Tages- und Wochenzeitungen, Magazine, Illustrierte und Comics fesseln Millionen.
Unter den überregionalen Tageszeitungen sind die linksliberale "Frankfurter Rundschau" und die in München verankerte "Süddeutsche Zeitung" meinungsbildend. In der "Mitte" sieht die 1949 gegründete "Frankfurter Allgemeine" ihren politischen Standort.

Bei den Wochenzeitungen kann sich die liberale "Die Zeit" trotz schwankender Auflagenzahlen dauerhaft behaupten. Als Nachrichtenmagazin nach angelsächsischem Vorbild etabliert sich der von Rudolf Augstein herausgegebene "Spiegel". Einen unaufhaltsamen Aufstieg zur größten deutschen Tageszeitung kann die 1952 von Axel Springer gegründete "Bild Zeitung" verzeichnen.

Illustrierte wie "Stern", "Quick" oder "Kristall" erzielen Woche für Woche riesige Auflagen. Die "Regenbogenpresse" lockt mit bilderreichen Trivialmärchen des Erfolgs und Wohlstands. Zielgruppe vieler Illustrierten sind Frauen: Kleidung, Küche und Klatschgeschichten bestimmen ihre Themen.
Zunehmend wird Kritik an solcherart Publizistik laut. Von "Verflachung und Verdummung" ist die Rede. "Unsittliche" Bilddarstellungen werden angeprangert. Die öffentliche Diskussion über die Scheinwelt der Illustrierten und ihre Wirkung auf Jugendliche und Erwachsene schlägt Wellen.

In der DDR sind die staatlichen Stellen bemüht, das "Gift aus dem Westen" von den Bürgern fernzuhalten. Westlicher "Schmutz und Schund" wird abgelehnt und ist dennoch begehrte Lektüre. Zugleich bedient man sich auch hier der Illustrierten und ihres Erfolgsrezepts.

(ahw) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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