1949-55 |
Kulturelles Leben: Sport und Politik |
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Ein neues Selbstwertgefühl nach Nationalsozialismus, Krieg und Nachkriegsnot gewinnen die Westdeutschen durch wirtschaftliche, aber auch erste sportliche Erfolge. Bei den Olympischen Winterspielen in Oslo erringt der Zweierbob die erste olympische Goldmedaille für Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Im selben Jahr gewinnt eine bundesdeutsche Mannschaft die Feldhandball-Weltmeisterschaft. Den größten sportlichen Triumph feiert die Bundesrepublik jedoch mit dem Gewinn der Fußballweltmeisterschaft 1954 in Bern. Bei den Olympischen Spielen 1952 in Oslo und Helsinki sind erstmals seit Beendigung des Zweiten Weltkriegs wieder deutsche Sportler zugelassen. Allerdings treten zunächst nur westdeutsche Sportler an, weil man sich auf keinen Auswahlmodus für die Entsendung einer gesamtdeutschen Mannschaft einigen kann. Ein gemeinsames Olympiateam mit der DDR wird es erst ab 1956 geben. Auf Anhieb gewinnt das deutsche Team sieben Medaillen, davon drei goldene. Im Bobfahren beherrscht Anderl Ostler (1921-1988), Gastwirt aus Grainau, die Konkurrenz. Mit seinem Partner Lorenz Nieberl (1919-1968) siegt er im Zweierbob, anschließend holt er auch Gold im Viererbobwettbewerb. Den psychologisch bedeutsamsten "Sieg" für die bundesdeutsche Nachkriegsgesellschaft erringt jedoch die Fußballnationalmannschaft mit ihrem Trainer Sepp Herberger. Sie überwindet 1954 im Endspiel der Fußballweltmeisterschaft in Bern den Favoriten Ungarn mit 3 : 2 Toren. Für viele Deutsche ist dieser Erfolg über den sportlichen Triumph hinaus - nach Wiederaufbau und Wirtschaftswunder - ein Stück nationaler Identifikation. Die westdeutsche Presse feiert den Sieg euphorisch, die Mannschaft wird triumphal empfangen. (ahw) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland |