1949-55 |
Parlamentarische Demokratie: Bundestagswahl 1949 |
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Am 14. August 1949 sind über 31 Millionen Wahlberechtigte zur Wahl des 1. Deutschen Bundestages aufgerufen. Bei der ersten Wahl auf Bundesebene liegt die Wahlbeteiligung bei 78,5 Prozent. Zur Wahl stehen 19 Parteien, von denen 11 der Einzug in den Bundestag gelingt. Eine 5 Prozent-Hürde gibt es nur auf Landesebene. Die Bürger West-Berlins dürfen sich aufgrund des besonderen Status der Stadt nicht an den Wahlen beteiligen. Hauptthema des heftig geführten Wahlkampfes ist die zukünftige Wirtschafts- und Sozialordnung. Die Christlich Demokratische Union (CDU) bekennt sich in den "Düsseldorfer Leitsätzen" zur "Sozialen Marktwirtschaft". Deren prominentester Verfechter und Hauptredner der CDU ist der parteilose Ludwig Erhard. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) hingegen setzt auf Planung, vor allem für die wichtigsten Industriezweige. Sie wirft Erhard vor, kein Konzept gegen die seit der Währungsreform steigende Arbeitslosigkeit und die hohen Preise zu haben. Auch die Kommunistische
Partei Deutschlands (KPD) rechnet mit einem guten Abschneiden bei der
Wahl. Doch ihre Parolen, die nur allzu deutlich an die Agitation der Sozialistischen
Einheitspartei Deutschlands (SED) erinnern, finden bei der Bevölkerung
wenig Anklang. (ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland |