1949-55 |
Wirtschaftlicher Aufbau: Wohnen und Bauen im Sozialismus |
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Die DDR steht 1945 vor geringeren Wohnungsproblemen als die Bundesrepublik, da im Vergleich mehr Wohnraum erhalten geblieben ist und weniger Flüchtlinge und Vertriebene Unterkunft suchen. Städtebau und Architektur werden von der SED genutzt, um die Idee des Sozialismus zu versinnbildlichen. So soll allen Werktätigen eine hohe Wohnqualität geboten werden. Vorzeigeprojekt ist die Stalinallee in Berlin. Trotz umfangreicher Propagandamaßnahmen bleiben Wohnungen jedoch Mangelware, weil die nötigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen fehlen. Im Gesetz über den Aufbau der Städte von 1950 wird Wohnungs- und Städtebau zum Bestandteil der sozialistischen Planwirtschaft erklärt. Der Staat erhält ein Verfügungsrecht zur Bebauung des Bodens im Interesse des Volkes, die Boden- und Mietpreise werden eingefroren. Die Verteilung von Wohnraum erfolgt durch eine staatliche Kommission. Zugleich werden "Grundsätze des Städtebaus" formuliert, um die "Idee des Sozialismus" auch in der Architektur umzusetzen. Repräsentative Wohnungen für die "Werktätigen" sind ein erklärtes Ziel. Zu den wichtigsten Bauvorhaben gehören die Stalinallee in Berlin und die Wohnstadt "Stalinstadt" des Eisenhüttenkombinats/Ost. Bis 1955 werden in der DDR nur rund 270.000 Wohnungen geschaffen, obwohl die SED im "Nationalen Aufbauwerk" (NAW) die freiwillige Mitarbeit am Wiederaufbau propagandistisch fördert. Die westdeutschen Erfolge im Wohnungsbau führen zu einer unbefriedigten Erwartungshaltung der ostdeutschen Bevölkerung. Mitte der 50er Jahre ändert die DDR ihre baupolitische Zielrichtung. Die Industrialisierung und Typisierung des Bauwesens wird beschlossen. An den Stadträndern entstehen große Wohnviertel in Plattenbauweise. Das Versprechen, bis 1965 ausreichend Wohnraum zu schaffen, kann trotzdem nicht eingehalten werden.
(ahw) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland |