1949-55

 

Zwei Staaten - zwei Wege: "Deutsche an einen Tisch"

Plakat zur SED-Kampagne "Deutsche an einen Tisch", 1951
Plakat der DDR-Kampagne "Deutsche an einen Tisch", 1951

Unter dem Motto "Deutsche an einen Tisch" propagiert die SED zu Beginn der 50er Jahre ihre deutschlandpolitischen Forderungen. Es wird vorgeschlagen, daß beide deutschen Staaten unter Umgehung der Siegermächte direkt über die Wiedervereinigung verhandeln sollen. Diese erstmals am 30. November 1950 von der DDR erhobene Forderung wird von der Bundesregierung mit der Forderung nach freien gesamtdeutschen Wahlen unter Aufsicht der UNO beantwortet. Ohne diese Grundvoraussetzung ist sie nicht zu Gesprächen mit der DDR bereit.

Die Kampagne der SED geht auf Überlegungen der Prager Außenministerkonferenz vom Oktober 1950 zurück. Auf dieser Konferenz hatten die Außenminister der Ostblockstaaten gegen die geplante Wiederbewaffnung und Westintegration der Bundesrepublik Deutschland protestiert und einen aus ost- und westdeutschen Delegierten paritätisch zusammengesetzten "Gesamtdeutschen Konstituierenden Rat" gefordert. Dieser soll die Bildung einer gesamtdeutschen Regierung vorbereiten.

Die Westmächte unterstützen ihrerseits die Forderung der Bundesregierung nach freien Wahlen. Auf ihren Antrag setzt die UNO am 20. Dezember 1951 eine Kommission ein, die die Voraussetzungen für freie Wahlen in beiden Teilen Deutschlands prüfen soll. Die Arbeit dieser Kommission bleibt aber ergebnislos, weil die DDR ihr die Einreise verweigert.
Mit der Stalinnote vom 10. März 1952 beginnt dann eine neue Phase in der Deutschlandpolitik. Die SED stellt ihre Kampagne "Deutsche an einen Tisch" ein.

(ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

NachkriegsjahreGeteiltes DeutschlandDeutsche EinheitHomeLeMOImpressum