1949-55

 

Zwei Staaten - zwei Wege: Genfer Gipfelkonferenz 1955

Broschüre: Regierungserklärung von Otto Grotewohl, 1955
Karikatur: Verständigung über Deutschlandfrage, 1955

Erstmals seit der Potsdamer Konferenz kommen die Staats- und Regierungschefs der vier Siegermächte im Juli 1955 zu einem Gipfeltreffen zusammen: An der Konferenz in Genf nehmen der amerikanische Präsident Eisenhower mit seinem Außenminister Dulles, der sowjetische Regierungschef Bulganin und Parteichef Chruschtschow mit Außenminister Molotow, der britische Premierminister Eden mit Außenminister Macmillan und der französische Ministerpräsident Faure mit seinem Außenminister Pinay teil. Als Beobachter sind auch Delegationen aus den beiden deutschen Staaten zugelassen, die an "Katzentischen" plaziert werden.

Auf der Tagesordnung steht die Deutsche Frage. Es werden verschiedene Lösungen vorgeschlagen. Doch eine Einigung kommt nicht zustande. Die vier Siegermächte können sich lediglich auf die "Genfer Direktive" verständigen: Danach besteht zwischen der Wiedervereinigung Deutschlands auf der Grundlage freier Wahlen und einer Entspannung in Europa ein unauflöslicher Zusammenhang.

Das Treffen in Genf macht deutlich, dass die Sowjetunion von der Existenz zweier deutscher Staaten ausgeht und das Interesse an einer Wiedervereinigung verloren hat. In der Zweistaatentheorie fasst die UdSSR ihre Position zur deutschen Frage zusammen. Sie wird durch den sowjetischen Parteichef Chruschtschow wenig später in Ost-Berlin auch öffentlich verkündet.

(ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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