1949-55

 

Zwei Staaten - zwei Wege

Karikatur: Mirko Szewczuk, Kalter Krieg, 1947
Photo: Vereidigung Bundeskanzler Adenauers, 1949
Plakat: Deutsches Manifest gegen das Inkrafttreten der Pariser Verträge, 1955
Plakat zum Stalinkult in der DDR, 1952

Im Spannungsfeld des Kalten Krieges entstehen 1949 zwei Staaten in Deutschland. Die Bundesrepublik Deutschland gehört zur westlichen Staatengemeinschaft. Die Deutsche Demokratische Republik ist Bestandteil des Ostblocks. 1955 treten beide deutschen Staaten dem jeweiligen Militärbündnis - der NATO und dem Warschauer Pakt - bei. Noch im gleichen Jahr erlangen sie die formale Souveränität. Ihre Einbindung in den westlichen beziehungsweise den östlichen Machtblock ist damit abgeschlossen.

Die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland wird von Bundeskanzler Adenauer bestimmt. Eine enge Anlehnung an die USA, die Aussöhnung mit Frankreich sowie eine zunehmende politische und wirtschaftliche Verflechtung mit den westeuropäischen Nachbarländern sind die zentralen Elemente seiner Politik der Westintegration. Durch Adenauers stabilen und berechenbaren Kurs wird die Bundesrepublik zu einem geachteten Mitglied der internationalen Staatengemeinschaft.

Ein zentrales Problem bleibt die Deutsche Frage: Wie ist die deutsche Einheit wiederherzustellen? Adenauer sieht in der Westintegration die Basis für eine Wiedervereinigung in Freiheit. Für viele Kritiker - besonders die SPD - vertieft Adenauer mit seiner Politik jedoch nur die Teilung. Westintegration und Wehrbeitrag sind äußerst umstritten. In der Bundestagswahl 1953 wird die Politik des Bundeskanzlers jedoch von den Wählern nachdrücklich bestätigt.

Die DDR ist der äußerste Vorposten des Machtbereichs der UdSSR, die deren völlige Ausrichtung nach Osten erzwingt. Im Inneren wird die DDR nach sowjetischem Vorbild regiert. Jegliche Opposition wird durch das 1950 gegründete Ministerium für Staatssicherheit (MfS) verfolgt. Die SED - mit Generalsekretär Walter Ulbricht an der Spitze - kontrolliert Staat und Gesellschaft und lenkt die staatliche Planwirtschaft. Den Unmut der Bevölkerung über das System zeigen jedoch die hohe Zahl der Menschen, die jährlich die DDR verlassen, sowie der Volksaufstand am 17. Juni 1953.

(ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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