1949-55 |
Zwei Staaten - zwei Wege: Moskaureise |
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Auf Einladung der Sowjetunion reist Bundeskanzler Adenauer im September 1955 mit einer großen Delegation nach Moskau. Die sowjetische Führung wünscht die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit der Bundesrepublik. Die deutsche Seite ist vor allem an der Rückführung der letzten deutschen Kriegsgefangenen und Zivilinternierten interessiert, die noch immer in sowjetischen Lagern festgehalten werden. Die Verhandlungen, die mehrmals vor dem Abbruch stehen, sind hart und werden von den Erinnerungen an den Krieg und die Nachkriegszeit überschattet. Die Kriegsgefangenenfrage wird zum eigentlichen Kern der Verhandlungen. Erst am vierten Tag gelingt bei einem Festbankett im Kreml der Durchbruch: Die Aufnahme diplomatischer Beziehungen gegen das mündlich gegebene Ehrenwort, daß die Kriegsgefangenen freigelassen werden. Wie von Adenauer gefordert, wird dieses Ehrenwort von dem sowjetischen Ministerpräsidenten Bulganin und Parteichef Chruschtschow vor der Presse wiederholt. Am 7. Oktober 1955 trifft im Grenzdurchgangslager Friedland der erste Zug mit Heimkehrern aus der Sowjetunion ein. Auf dem Bahnsteig spielen sich erschütternde Szenen des Wiedersehens ab. Bis Anfang 1956 kehren insgesamt 9628 Kriegsgefangene und mehr als 20.000 Zivilinternierte aus sowjetischer Gefangenschaft nach Hause zurück. Die Rückkehr der Kriegsgefangenen ist bis heute eine der populärsten Aktionen Adenauers. (ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland |