1963-74 |
Entwicklungen im Osten |
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Die letzten Jahre der Ära Ulbricht und die ersten Jahre unter Honecker sind für die DDR eine Zeit der politischen und wirtschaftlichen Stabilisierung. Der SED gelingt es, ihr Regime zu festigen. Die neue Verfassung von 1968 bringt den Führungsanspruch der SED deutlich zum Ausdruck und beschreibt die tatsächlichen Machtverhältnisse klarer als die Verfassung von 1949. Darüber hinaus betont die neue Verfassung auch die staatliche Eigenständigkeit der DDR, die als "sozialistischer Staat deutscher Nation" bezeichnet wird. Die SED grenzt sich damit bewusst von der westdeutschen Politik ab, die an dem Ziel der Wiedervereinigung festhält. Eigene Wege beschreitet die DDR auch mit dem "Gesetz über die Staatsbürgerschaft der DDR", das die einheitliche deutsche Staatsbürgerschaft aufkündigt. Die SED-These von der Entwicklung einer eigenständigen sozialistischen Nation in der DDR wird jedoch von der Bundesrepublik abgelehnt. Der besonders von Ulbricht vorangetriebene Abgrenzungskurs der DDR steht jedoch mehr und mehr den Bemühungen der UdSSR um Entspannung im Wege. Als Ulbricht zu Beginn der 70er Jahre auch versucht, die neue Ostpolitik der sozial-liberalen Koalition zu blockieren, wird er im Mai 1971 abgelöst. Der Beginn der Ära Honecker 1971 markiert einen neuen Abschnitt in der DDR-Geschichte. Unter Honecker fügt sich die SED wieder bedingungslos dem sowjetischen Führungsanspruch und bemüht sich, das "materielle und kulturelle Lebensniveau des Volkes" zu erhöhen. Der VIII. Parteitag der SED beschließt im Juni 1971 die "Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik" und stellt neue Sozialleistungen in Aussicht. Trotz wirtschaftlicher Erfolge bleiben jedoch der Lebensstandard und die Qualität der Produkte in der DDR weit hinter dem westdeutschen Niveau zurück. Der Anstieg der Weltmarktpreise in den 70er Jahren belastet die Wirtschaft der DDR schwer. Besonders die Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Westen werden immer drückender. Mit der Einrichtung eines Bereichs Kommerzielle Koordinierung (KoKo) im Ministerium für Außenhandel versucht die DDR, der wachsenden Auslandsverschuldung zu begegnen. Doch selbst die zum Teil dubiosen Geschäfte der international tätigen Kommerziellen Koordinierung beenden die chronische Devisennot der DDR nicht. (ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland |