1963-74 |
Neue Ostpolitik: Friedensnobelpreis |
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Am 20. Oktober 1971 gibt das Nobelpreiskomitee des norwegischen Parlaments die Verleihung des Friedensnobelpreises an den deutschen Bundeskanzler Willy Brandt bekannt. Der Preis soll Brandt wegen seines durch die Ostpolitik erzielten Beitrages zur internationalen Entspannung verliehen werden. In der Begründung heißt es, Brandt habe "seine Hand zur Versöhnung zwischen Völkern ausgestreckt, die lange Zeit Feinde waren." Die Nachricht aus Oslo löst in Bonn große Überraschung aus. Brandt, der die Neuigkeit durch die Presse erfährt, nimmt die Verleihung nach eigenen Worten mit "innerer Bewegung und großer Dankbarkeit" auf. Willy Brandt wird Anfang 1971 von den dänischen Sozialdemokraten als Kandidat für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Das aus fünf Mitgliedern bestehende Nobelpreiskomitee wählt ihn unter insgesamt 39 Kandidaten aus. Bundeskanzler Brandt ist der vierte Deutsche, der den Friedensnobelpreis erhält. Die Übergabe des Preises findet am 10. Dezember 1971 in der Universität von Oslo statt. Der schwedische Chemiker und Industrielle Alfred Nobel (1833-1896) hatte in seinem Testament verfügt, dass jährlich auch eine Person für ihre Verdienste um die Erhaltung des Friedens ausgezeichnet werden solle. Der erste Friedensnobelpreis wird 1901 an den Begründer des Roten Kreuzes Henry J. Dunant verliehen. Traditionell wird der Preis am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, in Oslo übergeben. Die Preisträger erhalten dabei eine Urkunde, eine Goldmedaille mit dem Porträt Alfred Nobels und einen Geldpreis. Alle anderen Nobelpreise werden durch den schwedischen König in Stockholm überreicht. (ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland |