1974-89

 

Bürgerbewegungen: Ostermarsch-Bewegung

Abzeichen: Anstecknadel der frühen Ostermarsch-Bewegung, 1962
Flugblatt: Ostermarsch'82, 1982

Die Entwicklung und der Bau von Atomwaffen, deren vernichtende Wirkung die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki zeigen, wird von vielen Menschen entschieden abgelehnt. In den 50er Jahren gründen britische Atomwaffengegner die Campaign for Nuclear Disarmament. Die von ihnen an den Ostertagen 1958 veranstalteten Demonstrationen werden mit einem Protestmarsch von London zum Kernforschungszentrum Aldermaston abgeschlossen. Auch in der Bundesrepublik Deutschland protestieren Atomwaffengegner gegen die geplante Ausrüstung der Bundeswehr mit Atomwaffen. Nach britischen Vorbild finden 1960 die ersten Ostermärsche unter dem Motto "Kampf dem Atomtod" statt.

Die nur locker organisierte westdeutsche Ostermarsch-Bewegung setzt sich vor allem aus pazifistischen, christlichen und sozialistischen Gruppen zusammen. Weil sich an den Ostermärschen auch Mitglieder der verbotenen KPD beteiligen, wird sie von den im Bundestag vertretenen Parteien und den Gewerkschaften als kommunistisch unterwandert abgelehnt. Trotzdem nimmt die Stärke der Ostermarsch-Bewegung ständig zu.

1962 beteiligen sich schon etwa 50.000 und 1966 sogar rund 140.000 Menschen an den Märschen. Ihren Höhepunkt erreicht die Bewegung 1968 mit über 200.000 Teilnehmern. Nachdem die Ostermarsch-Bewegung in den 70er Jahren an Bedeutung verloren hat, wird sie durch die Friedensbewegung der 80er Jahre wiederbelebt. An den Ostermärschen der Jahre 1982 und 1983 nehmen mehrere 100.000 Menschen teil. Neben den traditionellen Märschen werden dabei auch Sitzblockaden und Menschenketten veranstaltet.

(ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

NachkriegsjahreGeteiltes DeutschlandDeutsche EinheitHomeLeMOImpressum