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In der Nacht zum 24. April
1974 werden der Referent im Bundeskanzleramt, Günter
Guillaume sowie dessen Ehefrau Christel verhaftet. Wenig später
gibt die Bundesanwaltschaft bekannt, dass das Ehepaar Guillaume unter Verdacht
steht, seit achtzehn Jahren für die DDR spioniert zu haben. Die Entdeckung
des DDR-Agenten im Bundeskanzleramt verursacht große Aufregung in
der Öffentlichkeit. Willy
Brandt übernimmt in einem Schreiben an den Bundespräsidenten
vom 6. Mai 1974 die "politische Verantwortung für Fahrlässigkeiten
im Zusammenhang mit der Agentenaffäre" und erklärt seinen Rücktritt.
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Zur Aufklärung der Affäre
setzt der Bundestag im Juni 1974 einen Untersuchungsausschuss ein. Der Umfang
von Guillaumes Agententätigkeit bleibt jedoch ungeklärt. Wegen schweren
Landesverrats wird das Ehepaar Guillaume im Dezember 1975 zu langjährigen
Haftstrafen verurteilt. Beide werden 1981 jedoch begnadigt und in die DDR abgeschoben.
Günter Guillaume, der 1985 aufgrund seiner Spionagetätigkeit die Ehrendoktorwürde
der Universität Potsdam erhält, stirbt 1995 in Berlin.
| Günter und Christel Guillaume
sind 1956 als Flüchtlinge getarnt, in die Bundesrepublik gekommen.
Tatsächlich sollen die Mitarbeiter des Ministeriums
für Staatssicherheit (MfS) aber Informationen über die Parteiarbeit
der Sozialdemokratischen
Partei Deutschlands (SPD) beschaffen. In Frankfurt/Main betreiben beide
zunächst einen Tabakladen. Als SPD-Mitglied wird Günter Guillaume
1963 Sekretär des SPD-Unterbezirks Frankfurt/Main und 1968 Stadtverordneter.
Durch Vermittlung von Bundesminister Georg Leber (geb. 1920) kommt er dann
1970 als Referent ins Bundeskanzleramt. Durch seinen Aufstieg zum persönlichen
Referenten des Bundeskanzlers 1972 gehört Guillaume als Reiseorganisator
und "Mädchen für alles" zur näheren Umgebung Brandts. (ag) |
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