1974-89 |
Weltwirtschaftskrise |
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Im israelisch-arabischen Krieg vom Oktober 1973 (Jom-Kippur-Krieg)
setzen die arabischen Staaten erstmals Erdöl als politisches Druckmittel
ein. Mit einem Lieferboykott und Senkungen der Ölexporte suchen die
erdölfördernden arabischen Staaten die als israelfreundlich
geltenden Länder und Japan zu einer Änderung ihrer Haltung im
Nahost-Konflikt zu zwingen. Eine weitere Ursache für die schwere Rezession der Weltwirtschaft liegt im Zusammenbruch der internationalen Währungsordnung. Sie wird ausgelöst durch das hohe amerikanische Zahlungsbilanzdefizit als Folge des Kapitalexports im Rahmen des Vietnamkriegs und der daraus resultierenden Dollar-Schwäche. Das 1944 in Bretton Woods festgelegte internationale Währungssystem mit festen Wechselkursen in bezug auf die weltweite Leitwährung US-Dollar kann seit 1971 nur noch durch umfangreiche Stützungskäufe der europäischen Zentralbanken am Leben gehalten werden. Erst 1973 werden die Währungen der EG-Staaten von der bisherigen Leitwährung Dollar abgekoppelt. Untereinander bilden die EG-Staaten nun einen europäischen Währungsblock mit der Deutschen Mark als neuer Leitwährung, außerhalb dieses Verbundes können die EG- Währungen frei "floaten". Angesichts der wachsenden weltweiten Verflechtung ist eine Lösung der wirtschaftlichen Probleme der Industriestaaten nur durch internationale Absprachen und gemeinsames Handeln möglich. Seit 1975 treffen sich daher die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrienationen einmal jährlich zu einem Weltwirtschaftsgipfel, um wirtschaftspolitische, aber auch allgemeinpolitische Themen zu beraten. Im Vergleich zu den meisten anderen Industriestaaten halten sich die Schwierigkeiten der westdeutschen Wirtschaft noch in Grenzen. Zwar sinkt die Auslandsnachfrage infolge der Ölkrise kurzzeitig, doch kann das Exportland Bundesrepublik sich gegen wachsende Konkurrenz auf dem Weltmarkt behaupten. Neue Entwicklungen in der Forschung, der sich anbahnende strukturelle Wandel der Industrie und die sinkende Bedeutung früherer Schlüsselindustrien wie Kohle und Stahl lassen die westdeutsche Arbeitslosigkeit aber auch in Zeiten des Konjunkturaufschwungs weiter wachsen. (ahw) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland |