| Nach der Erfindung der
Dampfmaschine im 19. Jahrhundert und der Automatisierung von Arbeitsprozessen
zu Beginn des 20. Jahrhunderts löst die Mikroelektronik seit den 70er
Jahren eine dritte industrielle Revolution aus. Möglich geworden ist
sie durch die Entwicklung millimetergroßer elektronischer Bauelemente
mit integrierten Schaltkreisen - sogenannter Chips - , die nach den Vorgaben
ihrer Programmierer Maschinen und Fertigungsprozesse steuern können.
Die Mikroelektronik verändert die Arbeitswelt in der Industrie und
im Dienstleistungsbereich grundlegend. Gleichförmige, mechanische und
teilweise gefährliche Arbeitsabläufe übernehmen zunehmend
Roboter. Als Folge gehen viele Arbeitsplätze verloren, dafür entstehen
in Entwicklung, Herstellung und Überwachung der neuen Technik zahlreiche
qualifizierte Arbeitsplätze und Berufe.
Die entscheidenden Fortschritte auf dem Gebiet der Mikroelektronik gelingen in den USA. Hier entwickelt
M. Edward Hoff 1969 einen Mikroprozessor, der die Leistung mehrerer tausend Transistoren bietet. Im Computer dienen diese
hochintegrierten Halbleiterschaltungen als zentrale Recheneinheit. 1971 beginnt die US-Firma Texas Instruments nicht
nur mit der Serienproduktion des Mikroprozessors, der den Einbau von Computertechnik in elektronische Kleingeräte
möglich macht, sondern bringt auch den ersten mit einem Mikrochip arbeitenden Taschenrechner auf den Markt. In der
Folgezeit kann die Speicherkapazität der Mikrochips ständig erhöht werden. Moderne Chips enthalten mehrere Millionen
Schaltungen auf einem Siliziumplättchen mit einer Fläche von rund einem halben Quadratzentimeter.
1981 revolutioniert das amerikanische
Unternehmen International Business Machines Corporation (IBM) den Computermarkt
mit der Vorstellung ihres Personal Computers (PC), einem auf persönliche
Anwendungen zugeschnittenen, selbständigen Arbeitsplatzcomputer. Der
mit einem Prozessor der Firma Intel und einem von der Firma Microsoft entwickelten
Betriebssystem ausgestattete PC setzt einen neuen Industriestandard, dem
sich die meisten Computerhersteller anschließen. In den 80er Jahre
hat sich die Mikroelektronik in Büros und Industriebetrieben in Form
von automatischen Fertigungsstraßen, Industrierobotern und Textverarbeitungscomputern
bereits fest etabliert. Sie löst Rationalisierungsmaßnahmen und
damit auch einen Strukturwandel aus. Bei vielen Arbeitnehmern wachsen die
Angst, ihren Arbeitsplatz an einen Computer zu verlieren, und die Furcht
vor dem ständigen Druck der Anpassung an die sich rasch wandelnden
Anforderungen moderner Technologie.
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