1974-89

 

Weltwirtschaftskrise: Mikroelektronik

Photo: Lackierstraße im Volkswagen-Werk, 1973
Technik: 4-Megabit-Chip, 1989
Technik: Programm-Disketten Microsoft Word for Windows, 1989

Nach der Erfindung der Dampfmaschine im 19. Jahrhundert und der Automatisierung von Arbeitsprozessen zu Beginn des 20. Jahrhunderts löst die Mikroelektronik seit den 70er Jahren eine dritte industrielle Revolution aus. Möglich geworden ist sie durch die Entwicklung millimetergroßer elektronischer Bauelemente mit integrierten Schaltkreisen - sogenannter Chips - , die nach den Vorgaben ihrer Programmierer Maschinen und Fertigungsprozesse steuern können. Die Mikroelektronik verändert die Arbeitswelt in der Industrie und im Dienstleistungsbereich grundlegend. Gleichförmige, mechanische und teilweise gefährliche Arbeitsabläufe übernehmen zunehmend Roboter. Als Folge gehen viele Arbeitsplätze verloren, dafür entstehen in Entwicklung, Herstellung und Überwachung der neuen Technik zahlreiche qualifizierte Arbeitsplätze und Berufe.

Die entscheidenden Fortschritte auf dem Gebiet der Mikroelektronik gelingen in den USA. Hier entwickelt M. Edward Hoff 1969 einen Mikroprozessor, der die Leistung mehrerer tausend Transistoren bietet. Im Computer dienen diese hochintegrierten Halbleiterschaltungen als zentrale Recheneinheit. 1971 beginnt die US-Firma Texas Instruments nicht nur mit der Serienproduktion des Mikroprozessors, der den Einbau von Computertechnik in elektronische Kleingeräte möglich macht, sondern bringt auch den ersten mit einem Mikrochip arbeitenden Taschenrechner auf den Markt. In der Folgezeit kann die Speicherkapazität der Mikrochips ständig erhöht werden. Moderne Chips enthalten mehrere Millionen Schaltungen auf einem Siliziumplättchen mit einer Fläche von rund einem halben Quadratzentimeter.

1981 revolutioniert das amerikanische Unternehmen International Business Machines Corporation (IBM) den Computermarkt mit der Vorstellung ihres Personal Computers (PC), einem auf persönliche Anwendungen zugeschnittenen, selbständigen Arbeitsplatzcomputer. Der mit einem Prozessor der Firma Intel und einem von der Firma Microsoft entwickelten Betriebssystem ausgestattete PC setzt einen neuen Industriestandard, dem sich die meisten Computerhersteller anschließen. In den 80er Jahre hat sich die Mikroelektronik in Büros und Industriebetrieben in Form von automatischen Fertigungsstraßen, Industrierobotern und Textverarbeitungscomputern bereits fest etabliert. Sie löst Rationalisierungsmaßnahmen und damit auch einen Strukturwandel aus. Bei vielen Arbeitnehmern wachsen die Angst, ihren Arbeitsplatz an einen Computer zu verlieren, und die Furcht vor dem ständigen Druck der Anpassung an die sich rasch wandelnden Anforderungen moderner Technologie.

(ahw) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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