| Rationalisierung in Unternehmen
und Behörden bedeutet, dass herkömmliche Verfahren durch Methoden
ersetzt werden, welche die technische Effektivität und die wirtschaftliche
Rentabilität mi Hilfe des gezielten Einsatzes von Arbeits- und Sachmitteln
erhöhen. Im technischen Bereich führt Rationalisierung vielfach
zur Mechanisierung und Automatisierung des Produktionsprozesses. Im organischen
Bereich zielt sie auf eine zweckmäßige Umgestaltung des Arbeits-
und Verwaltungsablaufes. Rationalisierung fördert zwar den technischen
Fortschritt und die Produktivität der Unternehmen, ist jedoch auch
häufig mit Arbeitsplatzverlusten verbunden.
Arbeitsteilung und Spezialisierung
gelten seit der industriellen Revolution als ein Mittel zur Steigerung der
Arbeitsproduktivität. Eine extreme Form der Unterteilung von Arbeitsvorgängen
entsteht mit der Einführung des Fließbandes durch Henry Ford
(1863-1947) nach der Jahrhundertwende, das zur technisch-organisatorischen
Grundlage der modernen, auf Massenfertigung beruhenden Industriearbeit wird.
Dass die monotone Fließbandfertigung vielfach auch zu einer sinkenden
Motivation der Arbeiter führt, wird bei der Einführung neuer Produktionstechniken
zunächst nicht berücksichtigt. Erst seit den 50er Jahren reagiert
man mit neuen Arbeitsformen wie Jobrotation und Gruppenarbeit auf die große
Fluktuation und die hohen Fehlzeiten bei unzufriedenen Mitarbeitern.
Mit der mikroelektronischen
Revolution übernehmen zunehmend Roboter die gleichförmigen Arbeitsprozesse,
zugleich steigt aber auch die Arbeitslosigkeit an. Nicht nur in der industriellen
Fertigung, auch im Druckgewerbe und im Büroalltag wird der Ersatz menschlicher
Arbeitskraft durch moderne Computer möglich. Mit der Einführung
neuer Technologien führen die Unternehmen umfangreiche Rationalisierungsmaßnahmen
durch, die ihre Konkurrenzfähigkeit und Produktivität sichern
sollen. Die Gewerkschaften fordern daher, dass die Einführung neuer
Technologien sozial abgefedert wird. Tarifverträge, wie sie 1978 erstmals
in der Druckindustrie abgeschlossen werden, sollen den Arbeitnehmer vor
den Folgen einer unternehmerischen Rationalisierungsentscheidung schützen.
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