1989/90 |
Wandel im Osten: Vereinigte Linke |
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Am 4. September 1989 treffen sich in Böhlen Vertreter unterschiedlicher linker oppositioneller Initiativen und kritische SED-Mitglieder. Mit der dort verabschiedeten "Böhlener Plattform" tritt die Vereinigte Linke (VL) erstmals an die Öffentlichkeit. Neben diesem Appell "Für eine vereinigte Linke in der DDR" veröffentlicht sie ein Papier über "Mindestanforderungen für die Gestaltung einer freien sozialistischen Wirtschaft in der DDR". Die Gründung der VL erfolgt am 2. Oktober 1989 während eines Treffens in der Berliner Umweltbibliothek. Sprecher der VL sind unter anderem Marion Seelig und Thomas Klein (geb. 1948). Die VL fordert eine "Erneuerung des Sozialismus" unter Beibehaltung des gesellschaftlichen Eigentums an den Produktionsmitteln. Sie will einen "demokratischen und freiheitlichen Sozialismus" in der DDR schaffen. Am 13. Oktober 1989 wendet sie sich gegen das "Dialog"-Angebot des SED-Politbüros und fordert dessen Rücktritt. In der Folgezeit finden sich in der VL unterschiedliche linksorientierte Gruppen und Personen zusammen. Das Spektrum reicht von Vertretern der "Kirche von unten" bis zu ehemaligen SED-Mitgliedern, deren Aufnahme die VL ausdrücklich befürwortet. Ende 1989 hat die Gruppierung etwa 1.500 Mitglieder, verfügt aber über keine ausgebildete organisatorische Struktur. Innerhalb der oppositionellen Gruppierungen in der DDR spielt die VL eine Außenseiterrolle, weil sie an der Idee eines reformierten und demokratischen Sozialismus festhält. Zudem entwickelt sie sich zu keiner den anderen Bürgerbewegungen ähnelnden politischen Organisation.
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