1945-49

 

Ende als Anfang

Photo: Befreiung Konzentrationslager Dachau, 1945
Plakat: Zur Obdachlosenproblematik der Nachkriegszeit, 1945
Plakat: Suchdienst, 1946

Die Kapitulation am 7. Mai 1945 markiert Ende und Anfang zugleich: Das Ende der zwölfjährigen nationalsozialistischen Herrschaft und den von den Alliierten betriebenen Neubeginn in demokratischen Formen. Zunächst gilt es, das Überleben zu sichern. Durch die Kriegszerstörung stehen große Teile der deutschen Bevölkerung praktisch vor dem Nichts: Städte und Wohnungen sind zerbombt und ausgebrannt, Industrie- und Versorgungseinrichtungen zerstört.

Millionen von Umsiedlern, Vertriebenen, Flüchtlingen, befreiten Häftlingen der Konzentrationslager und Gefängnisse, Zwangsarbeitern und aus dem Kriegsdienst Entlassenen suchen nach Angehörigen und einem neuen Zuhause. Noch Ende 1946 stehen für 14 Millionen Haushalte nur 8 Millionen Wohnungen zur Verfügung.
Über 11 Millionen Wehrmachtsangehörige befinden sich 1945 in Kriegsgefangenschaft: In den sowjetischen Lagern befinden sich 3,3 Millionen deutsche Soldaten, von denen nur knapp 2 Millionen nach Deutschland zurückkehren. 7,7 Millionen kommen in die Gefangenschaft der Westmächte.
Der Umgang mit dem Trümmerleben und die Überwindung der täglichen Not ist vor allem Sache der Frauen: Viele Männer sind im Krieg gefallen oder verkrüppelt, vermisst oder in Kriegsgefangenschaft geraten. In vielen deutschen Städten legen die Trümmerfrauen den Grundstein zum Wiederaufbau. Für manche Familie ist die zusätzliche Lebensmittelration, die es dafür gibt, überlebenswichtig.
Die zurückkehrenden Emigranten tragen vor allem im politischen und kulturellen Bereich einen wichtigen Teil zum Neuanfang bei.

[Kollektives Gedächtnis] Silvia Koerner: Aus der Schule geplaudert ...

(db) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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