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Der Zweite Weltkrieg
löst eine beispiellose Völkerwanderung in Europa aus. Millionen von Menschen sind auf der Flucht oder
suchen eine neue Heimat. Vor der heranrückenden Roten Armee flüchten in den letzten Kriegswochen hunderttausende Deutsche nach Westen. Die rücksichtslose nationalsozialistische Durchhaltepolitik führt dazu, dass die Flucht hinausgeschoben wird und nun häufig inmitten von Kampfhandlungen des letzten Kriegswinters erfolgt. Nach Kriegsende beginnt die brutale Vertreibung der Deutschen aus Ost-, Mittel- und Südosteuropa. Ab 1946 folgen in Ausführung der Potsdamer Beschlüsse die großen "regulären" Vertriebenentransporte. |
| Ein kleiner Handwagen, ein Rucksack, ein Holzkoffer mit wenigen Habseligkeiten sind häufig der ganze Besitz der Flüchtlinge und Vertriebenen. Hunger, Kälte und Krankheiten begleiten ihre wochen- und monatelange Flucht. Hunderttausende verlieren dabei ihr Leben. Viele Familien werden auseinandergerissen und sind auf der Suche nach ihren Angehörigen. |
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Immer mehr Menschen strömen
in das Gebiet der vier Besatzungszonen.
Bei der ersten auf Anordnung des Alliierten
Kontrollrats durchgeführten Volkszählung im Oktober 1946 werden
9,6 Millionen Flüchtlinge gezählt. Allein in Schleswig Holstein steigt
die Bevölkerung mit 860.000 Vertriebenen um 33 %. Die Flüchtlinge
werden in Lager und
Notquartiere eingewiesen oder bei Privatfamilien untergebracht. Nicht selten
gibt es Schwierigkeiten im Zusammenleben zwischen Einheimischen und Vertriebenen.
Dennoch ist die Integration von Millionen, die sich über Jahre hinzieht,
eine herausragende Leistung in den Wirren der Nachkriegszeit.
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Nicht allein Flüchtlinge
und Vertriebene, auch entlassene Soldaten, Verwundete, Evakuierte, Kinder
aus den zahlreichen Heimen der Kinderlandverschickung, ehemalige Zwangsarbeiter,
die Überlebenden der Konzentrationslager und zurückkehrende Emigranten
sind unterwegs, oft quer durch Deutschland - etwa 12 Millionen Menschen,
meist zu Fuß, auf der Suche nach ihren Familien, ihren Heimatorten
oder einem neuen Zuhause. (ab) |



