1945-49 |
Ende als Anfang: Kriegsgefangene |
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Als die Waffen schweigen, befinden sich noch über zehn
Millionen deutsche Soldaten in den Kriegsgefangenenlagern der
Alliierten. Die meisten werden ein Jahr später wieder frei
sein. Die letzten Kriegsgefangenen kehren jedoch erst im Januar
1956 aus der UdSSR zurück. Der Zufall spielt Schicksal, denn
viel hängt davon ab, wo die Soldaten in Gefangenschaft geraten
sind. "Wir dürfen frei und ohne Begleitung das Lager verlassen", schreibt ein deutscher Soldat mit Schönschrift in sein Tagebuch. "Die bisher abgehaltenen Zählungen entfallen (...) Das ganze Leben nimmt großzügigere Formen an." Er ist in britische Kriegsgefangenschaft geraten. Sein Kamerad im Osten kritzelt heimlich und in winziger Schrift, was er als Erinnerungen festhalten und vielleicht eines Tages in die Heimat schmuggeln möchte: Werden die Notizen entdeckt, riskiert er, dass er später entlassen oder sogar zur Haft im Arbeitslager oder Gefängnis verurteilt wird. In den Lagern setzen Hunger, Krankheit und Zwangsarbeit den Kriegsgefangenen zu. Vielfach geflickte Kleidungsstücke und gebastelte Notbehelfe von Kriegsgefangenen zeugen von harten Lebensbedingungen. Die Kriegsgefangenen kehren oft erst nach vielen Jahren zurück. Dies erschwert die Wiedereingliederung in das Familien- und Berufsleben zusätzlich.
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