1945-49

 

Entstehung zweier deutscher Staaten: Massenorganisationen

Fahnenspitze:  FDGB, 1950er Jahre
Photo: Fanfarenzug der FDJ, 1950

In der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ)versucht die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED), die Bevölkerung zunehmend in ihrem Sinne zu organisieren. Neben den Parteien geschieht dies vor allem durch die Massenorganisationen wie den Freien Deutschen Gewerkschaftsbund (FDGB), die Freie Deutsche Jugend (FDJ), den Demokratischen Frauenbund Deutschlands (DFD), den Kulturbund (KB), die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) und den Verband der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB). Später kommen noch die Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft (DSF), der Deutsche Turn- und Sportbund (DTSB) und die Gesellschaft für Sport und Technik (GST) hinzu. Die Beschlüsse der SED sind für die Massenorganisationen, deren Funktionäre zumeist auch der SED angehören, verbindlich.

Zusammengeschlossen sind die Massenorganisationen in der am 7. Oktober 1949 gegründeten Nationalen Front des demokratischen Deutschland, der auch die Blockparteien angehören. Das Programm der von der SED geleiteten Nationalen Front gilt für alle Mitglieder. Einige Massenorganorgationen wie der FDGB, die FDJ, der KB und der DFD nehmen auch an Wahlen teil und sind durch Abgeordnete in der Volkskammer vertreten. Sie dienen dort als formale Mehrheitsbeschaffer für die SED.

Die Mitgliedschaft in den Massenorganisationen ist zwar grundsätzlich freiwillig, jedoch bildet sie eine wichtige Voraussetzung für sozialen und beruflichen Aufstieg. Außerdem bieten die Massenorganisationen Vergünstigungen und umfangreiche Freizeitangebote an. Allein die Kirchen in der DDR können sich weitgehend ihre Eigenständigkeit bewahren. Deshalb werden sie stets misstrauisch von SED und Ministerium für Staatssicherheit (MfS) beobachtet.

[Kollektives Gedächtnis] Christel Dux: Jugendweihe und Freie Deutsche Jugend (FDJ)

(ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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