1945-49

 

Entstehung zweier deutscher Staaten: Vorläufige Hauptstadt

Photo: Die Pädagogische Akademie nach dem Umbau zum Bundeshaus, 1949-1953
Karikatur: Mirko Szewczuk, Hauptstadtsuche,  1949
Architekturmodell: Parteizentrale der SPD, 1951

Seit der Blockade Berlins durch die Sowjetunion ist klar, dass bis zur Wiedervereinigung Deutschlands eine andere Stadt Berlin als Hauptstadt vertreten muss. Vier Städte bewerben sich um diese Aufgabe: Bonn, Frankfurt am Main, Kassel und Stuttgart. Kassel ist jedoch zu stark zerstört, und Stuttgart findet keine Resonanz. Die Kandidatur von Bonn wird durch die britische Besatzungsmacht gefördert. Frankfurt ist sich aufgrund seiner demokratischen Tradition seines Sieges sicher.

Erst spät befasst sich der Parlamentarische Rat mit der Hauptstadtfrage. Frankfurt am Main wird von der SPD favorisiert, für Bonn sprechen sich die meisten CDU/ CSU-Abgeordneten mit Konrad Adenauer aus. In geheimer Abstimmung kann sich dann Bonn am 10. Mai 1949 mit 33 gegen 29 Stimmen durchsetzen. Die Stadt am Rhein wird damit zum "vorläufigen Sitz der Bundesorgane" bestimmt.

Der 1. Deutsche Bundestag diskutiert erneut die Hauptstadtfrage. Auch er entscheidet am 3. November 1949 mit knapper Mehrheit für Bonn. Das Abstimmungsergebnis wird von der Bonner Bevölkerung stürmisch gefeiert.
Der provisorische Charakter der neuen Hauptstadt lässt sich noch lange Zeit an den Gebäuden der Ministerien und Parteizentralen ablesen.

(ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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