1945-49 |
Hunger nach Kultur: Presse |
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Eine Lizenz der Besatzungsmächte ist Voraussetzung, um eine Zeitung herauszugeben. "Mit Übernahme dieser Genehmigung", heißt es in den Anweisungen, "haben Sie gegenüber den Besatzungsbehörden und gegenüber dem deutschen Volke die feierliche Verpflichtung übernommen, das Ihnen anvertraute Werkzeug in den Dienst der Wahrheit zu stellen." Um die Meinungsvielfalt sicherzustellen, vergeben die Amerikaner und Franzosen in ihren Zonen Zeitungslizenzen an Mitglieder verschiedener Parteien. Die Briten lassen zum selben Zweck Zeitungen unterschiedlicher Parteirichtungen nebeneinander bestehen. Die Sowjets favorisieren Parteizeitungen, vor allem der KPD, dann der SED. Eine der ersten von den Amerikanern zugelassenen Zeitungen ist die "Frankfurter Rundschau". Es folgt die "Rhein-Neckar-Zeitung", die als Musterbeispiel einer überparteilichen Zeitung gilt und zu deren Lizenznehmern der spätere Bundespräsident Theodor Heuss gehört. Auch die "Süddeutsche Zeitung" entwickelt sich rasch zu einer der großen deutschen Tageszeitungen. Die Franzosen lizenzieren den "Rheinischen Merkur", die Briten die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung". Unter der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) erscheinen die "Tägliche Rundschau" und "Neues Deutschland". Insgesamt werden in den ersten Nachkriegsjahren 169 Zeitungen in den Westzonen und 29 in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) zugelassen. Ursprünglich von den Militärregierungen herausgegebene Zeitungen wie "Die Welt" (Großbritannien) und "Die Neue Zeitung" (USA) prägen die Zeitungslandschaft entscheidend mit. Zeitschriften wie "Heute", "Neue Berliner Illustrierte" und vor allem der "Stern" spielen eine wichtige Rolle. In für damalige Verhältnisse verschwenderischer Vielfalt decken sie politische, gesellschaftliche und kulturelle Themenbereiche ab. Zeitweilig gibt es bis zu 250 dieser in Millionenauflage gedruckten Publikationen. Eine Zeitschrift erlangt besondere Publizität: Der "Spiegel". Am 4.1.1947 erscheint die erste Nummer. (ab) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland |