1945-49

 

Hunger nach Kultur: Rundfunk

Technik: Radio Weltklang, 1948
Mikrophon: Siemens Neumann U 47, 1947

Die Besatzungsmächte organisieren den Rundfunk in seinen Grundzügen neu. Der Rundfunk - im "Dritten Reich" als zentrales Sprachrohr der NS-Propaganda missbraucht - soll nun der Meinungsvielfalt dienen: Mehrere Rundfunkanstalten entstehen. Als wichtigstes Informations- und Unterhaltungsmedium senden sie neben Nachrichten, Hörspielen und Musik auch politische Beiträge, um das demokratische Bewusstsein der Deutschen zu fördern.

Die Amerikaner übernehmen die drei ehemaligen Reichssender Frankfurt, Stuttgart, München und favorisieren ein dezentrales Modell. Sie errichten Landesrundfunkanstalten zur Stärkung der Rolle der Länder. Die Briten schaffen nach dem Vorbild der British Broadcasting Corporation (BBC) eine zentrale Anstalt, den Nordwestdeutschen Rundfunk. Er ist die erste öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt in Deutschland. In der französischen Besatzungszone wird mit dem Südwestfunk (SWF) für die gesamte Besatzungszone ein einheitliches Rundfunkprogramm begründet.
In der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) entsteht mit dem Berliner Rundfunk ein zentral gelenkter Sender, dem weitere Landessender angeschlossen sind. Hier soll der Rundfunk in erster Linie die Schaffung einer antifaschistisch-demokratischen Ordnung, wie sie die KPD/ SED postuliert, unterstützen.

(ab) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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