1945-49 |
Hunger nach Kultur: Straßenkunst |
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Das Leben der Artisten und Schausteller spielt sich auf der Straße ab, ähnlich dem der zurückkehrenden Flüchtlinge, Trümmerfrauen, Händler und heimatlosen Kinder. Die Darbietungen unter freiem Himmel sind charakteristisch für eine Zeit, in der der Großteil der Vergnügungsstätten und Varietétheater in Trümmern liegt. Mit ihren improvisierten Kunststücken stillen die Akteure einen Nachholbedarf an unbeschwertem Vergnügen. Die traurige Realität lässt sich so für kurze Zeit vergessen. Unterstützung erfahren die Darbietungen der Straßenkünstler zunächst vor allem durch die sowjetische Besatzungsmacht, die die Wiederbelebung des kulturellen Lebens nach dem Motto, "wenn Brot schwer zu beschaffen ist, sollen der Bevölkerung wenigstens Spiele geboten werden", fördert. Die anderen Besatzungsmächte lehnen dieses Ansinnen zunächst ab, nutzen zurückkehrende Artisten zur Unterhaltung ihrer Soldaten und gewähren Auftrittslizenzen erst nach eingehender Prüfung. Die Straße ist die Bühne
von Akrobaten, Jongleuren, Clowns und Schaustellern. Auch Boxschaukämpfe,
Seifenkistenrennen und Kellnerwettläufe finden im Aufbruch aus den
Trümmern statt. Bereits Mitte 1945 veranstaltet man allerorts wieder Jahrmärkte und Zirkusvorstellungen.
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