1945-49

 

Politischer Neubeginn

Druckschrift: Befehl Nr. 2 des Obersten Chefs der SMAD, 1945
Ausstellungsszenerie: Dauerausstellung Haus der Geschichte
Textil: Armbinde für deutsche Hilfspolizisten bei der Militärregierung, 1946

Die Demokratisierung Deutschlands war eines der wichtigsten Ziele der Alliierten auf den großen Kriegskonferenzen - wenn auch ihre Auffassungen von Demokratie sehr unterschiedlich waren.
Das sogenannte Potsdamer Abkommen vom 2. August 1945 sieht daher die Dezentralisierung der politischen Struktur und eine lokale Selbstverwaltung nach demokratischen Grundsätzen vor.
Das politische Leben im Nachkriegsdeutschland entsteht unter strenger Aufsicht der Besatzungsbehörden, zunächst auf der Ebene der Kommunen, dann auch der Länder.

Um einen demokratischen Aufbau zu gewährleisten, plädieren die westlichen Besatzungsmächte für eine langsame, stufenweise Entwicklung von unten nach oben. Dies äußert sich vor allem bei der Organisation der Verbände und Parteien.
In der sowjetischen Besatzungszone wird die Gründung von Parteien und Gewerkschaften schneller vorangetrieben, die im Gegensatz zu den westlichen Zonen zentral auf Zonenebene organisiert sind.
Die westlichen Besatzungsmächte hingegen favorisieren zunächst den Wiederaufbau der Verwaltung und stützen sich dabei auf jene deutschen Politiker, deren Namen ihnen aus der Weimarer Republik bekannt sind oder die ihnen von den als unbelastet geltenden Kirchen empfohlen werden.
Die Bildung deutscher Länder ist 1946 weitgehend abgeschlossen, so dass 1946/47 die ersten Wahlen stattfinden können.

(db) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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